Trotz starken Sicherheitsaufgebots wieder Proteste in Algerien

Algier (APA/dpa) - In Algerien sind wieder Tausende Menschen gegen die erneute Kandidatur des altersschwachen Staatschefs Abdelaziz Boutefli...

Algier (APA/dpa) - In Algerien sind wieder Tausende Menschen gegen die erneute Kandidatur des altersschwachen Staatschefs Abdelaziz Bouteflika bei der Präsidentenwahl auf die Straße gegangen. Augenzeugen und Journalisten berichteten am Dienstag von Protesten im Zentrum der Hauptstadt Algier.

Dort zogen die Demonstranten auf den zentralen Audin-Platz. Ein starkes Aufgebot an Sicherheitskräften sperrte jedoch Straßen, um einen Weitermarsch zu verhindern.

Auch in anderen Städten des nordafrikanischen Landes kam es zu Protesten, wie lokale Medien und Aktivisten in sozialen Medien meldeten. Getragen werden die Demonstrationen von Studenten.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten Menschen in vielen Städten Algeriens gegen Bouteflikas erneute Kandidatur demonstriert. Der 82-Jährige will sich bei der Abstimmung am 18. April für eine fünfte Amtszeit wählen lassen. Seit einem Schlaganfall ist er jedoch auf einen Rollstuhl angewiesen und hat große Probleme zu sprechen. Öffentlich tritt er nur noch selten auf. Medien zufolge hält er sich derzeit zu medizinischen Untersuchungen in Genf auf.

Bouteflika hatte am Sonntag seine Kandidatur offiziell einreichen lassen. Er verband sie mit dem Versprechen, keine volle Amtszeit mehr zu regieren und außerdem Reformen voranzutreiben. Kritiker werfen der algerischen Führung vor allem Günstlingswirtschaft und Korruption vor.

Das flächenmäßig größte Land Afrikas ist vom Öl- und Gasexport abhängig und leidet unter einer Wirtschaftskrise. So ist in den vergangenen Jahren die Arbeitslosigkeit gewachsen. Bei den Jüngeren liegt sie dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge bei mehr als 25 Prozent.