Bauern haben „Sorgenkind Zuckerrübe“
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~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA222 vom 05.03.2019 muss es im ersten Satz des dritten Absatzes richtig heißen: 5.300 Hektar (nicht: 13.000 Hektar) --------------------------------------------------------------------- ~ Linz (APA) - Die österreichischen Landwirte haben ein „Sorgenkind Zuckerrübe“: Ihr Anbau hat eine ungewisse Zukunft durch Käferbefall und Preisdruck. Darauf wiesen der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Karl Grabmayr, und der Obmann der Oö. Rübenbaugenossenschaft, Franz Weinbergmair, in einer Pressekonferenz am Dienstag hin.
Der Derbrüssler, eine Unterart des Rüsselkäfers, hat demnach im vergangenen Jahr in Österreich mit 9.000 Hektar fast ein Viertel der Rübenanbaufläche vernichtet. Betroffen war vor allem Ostösterreich. Die Zuckerrübenbauern sind in diesem Zusammenhang auch gegen das Verbot von Neonicotinoiden, weil Bienen ohnehin nicht auf Rübenfelder fliegen würden. Zudem ist die EU-Zuckerproduktionsquote im Herbst 2017 ausgelaufen, das habe zu einer erheblichen Produktionszunahme geführt. Die Zuckerpreise sind dadurch auf 300 Euro pro Tonne halbiert worden.
„In Oberösterreich wird die Rübenanbaufläche mit rund 5.300 Hektar gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert bleiben - in Anbetracht der Situation muss das schon als Erfolg gesehen werden“, stellte Weinbergmair fest. Schlechter sei die Situation österreichweit. Gegenüber den 41.000 Hektar 2018 wurden heuer bisher nur rund 32.000 Hektar kontrahiert, davon 1.500 Hektar Biorüben. Das reiche nicht, um die beiden Zuckerfabriken in Tulln und Leobersdorf auszulasten. Für deren wirtschaftliche Produktion seien je 20.000 Hektar erforderlich, rechnete der Obmann vor. Heuer und das kommende Jahr würden daher Losjahre für den Rübenanbau.
Grabmayr hofft bezüglich Ackerbau nach der ausgeprägten Sommertrockenheit in drei der vergangenen vier Jahre - 2015, 2017 und das „Ausnahmejahr 2018“ auf „etwas wirtlichere Bedingungen“. Die ausgiebigen Winterniederschläge sollten den Vegetationsstart begünstigen. Bei den im Herbst angebauten Kulturen von Winterweizen, -gerste, Triticale, Roggen und Raps ist der Zustand gut. Trotz regionalem Auftreten von Schneeschimmel wegen der langen Schneelage wird nicht mit nennenswerten Auswinterungsverlusten gerechnet.
Im Frühjahrsanbau sind in Oberösterreich noch etwa 125.000 Hektar zu bestellen - etwa 40 Prozent der gesamten Ackerfläche. Den Großteil in Oberösterreich, dem Tierhaltungs-Bundesland Nummer Eins, wird der Mais einnehmen, dessen Fläche ebenso steigend ist wie jene der Sojabohne. Bei Mais gibt es bereits Züchtungserfolge mit gut an heiße und trockene Vegetationsbedingungen adaptierten Pflanzen. Bei Soja ist eine neue Sortengeneration im frühreifen Segment fast „maßgeschneidert“ für die Anbaubedingungen in Oberösterreich, heißt es aus der Landwirtschaftskammer.