Salzburger Autorenfestival „Freispiel“ geht in die zweite Runde
Salzburg (APA) - Weil zwar viele neue Stoffe für die Kammerspiele, aber nur wenige für die großen Bühnen entstünden, möchte das Salzburger L...
Salzburg (APA) - Weil zwar viele neue Stoffe für die Kammerspiele, aber nur wenige für die großen Bühnen entstünden, möchte das Salzburger Landestheater mit seiner zweiten Auflage des Autorenfestivals „Freispiel“ Komödien zeigen, die auch zukünftig die Theater füllen sollen. An vier Abenden finden ab dem 14. März ein Komödienwettbewerb, zwei Uraufführungen und szenische Lesungen im Salzburger Landestheater statt.
„Wenn wir uns jetzt nicht um neue Stoffe bemühen, wird es keine geben, die in 50 Jahren auf großen Bühnen nachgespielt werden können“, erklärte Carl Philip von Maldeghem, Intendant des Salzburger Landestheaters, bei einem Pressegespräch am Dienstagnachmittag. Deshalb eröffnet das Festival auch mit dem Komödienwettbewerb „Die Freiheit des Lachens“, bei dem die besten acht von über 40 eingereichten Werken in zehnminütigen Ausschnitten präsentiert werden. Moderiert wird der Wettbewerb von Kabarettist Michael Niavarani. Den Gewinner wird das Publikum via Stimmzettel und in Diskussion mit einer Fachjury ermitteln. Als Preis winken ein Bühnenverlagsvertrag mit dem Wiener Verlag Schultz & Schirm sowie 3.000 Euro Preisgeld. Der Abend ist bereits ausverkauft.
Für den zweiten Abend steht die Uraufführung des eigens für das Landestheater geschriebenen Stückes von John von Düffel, „Die schönsten Neurosen unserer Haustiere“ an. „Mein Ziel war es, die „#MeToo“-Debatte auf unseren Umgang mit Haustieren zu übertragen. Wer fragt denn schon seinen Hund, ob und wo er ihn kraulen darf? Ich möchte, dass diese Diskussion nicht von Hollywood, sondern von Salzburg ausgehen wird. Denn schließlich liegt jeder Komödie ein ernstes Thema zugrunde, und Komödien sind eine gute Möglichkeit, sich einem Tabu zu nähern“, so von Düffel. Der Regisseur und Autor hat das Stück fünf Ensemblemitgliedern des Landestheaters auf den Leib geschrieben, das er in einem Workshop mit den Schauspielern, die teilweise mit Klarnamen im Stück auftauchen, weiter erarbeitet hat.
John von Düffel verbindet mit Salzburg neben dem Auftragswerk außerdem eine Kooperation zwischen dem Salzburger Landestheater und der Universität der Freien Künste Berlin mit dem Namen „Dichter ans Theater“. Aus dieser Zusammenarbeit entstanden weitere Auftragstexte, die am 17. März unter dem Titel „Amoralische Einakter“ in den Kammerspielen präsentiert werden. Die neuen Texte werden von Sarah Henker in einer Lesung präsentiert, dabei handelt es sich um Werke von Fabienne Dür, Lea Mantel und dem Salzburger Jungautoren Ivan Vlatkovic. Das Festival endet mit der Uraufführung des Gewinnerstücks des Vorjahres „Papier.Waren.Pospischil“ von Theodora Bauer. Das Festival wird im nächsten Jahr laut Maldeghem fortgesetzt.
( S E R V I C E : www.salzburger-landestheater.at )