Unternehmen

Vitalpin soll neue starke Stimme für Touristiker sein

Obmann Hannes Parth und Geschäftsführerin Theresa Haid stellen Vitalpin auf der ITB vor.
© Vitalpin

Auf der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin stellte sich Vitalpin „als neue Bewegung für Menschen und Unternehmen in den Alpen“ vor.

Aus Berlin: Alois Vahrner

Berlin –In den Alpenregionen, vor allem aber auch in Tirol, gibt es immer wieder öffentliche Diskussionen über Seilbahn- und Tourismusprojekte, über Belastungen etwa durch den Verkehr oder die bröckelnde Tourismusgesinnung – in Tirol ganz augenscheinlich geworden mit der Abfuhr bei der Olympia-Volksbefragung. Gleichzeitig fühlen sich viele in den vor allem in den Tälern gelegenen Tourismuszentren von „Städtern“, Umweltorganisationen und teils auch der Politik missverstanden und zu wenig für die Leistungen wertgeschätzt.

Die neu gegründete internationale Interessengemeinschaft Vitalpin will Bewusstseinsbildung betreiben und als „Brückenbauer“ agieren. „Als tragende Säule sichert der Tourismus Existenzen und Wohlstand. Gleichzeitig sind die Alpen ein wertvoller Naturraum. Es braucht ein Miteinander in eine Zukunft, in der die Alpen wieder gleichrangig als Lebens-, Wirtschafts- und Naturraum betrachtet werden. Wir sind bereit, diesen Dialog zu führen, der Menschen, Tourismus und Natur zusammenführt“, erklärt der Obmann von Vitalpin, Hannes Parth (der langjährige Chef der Silvretta Seilbahn in Ischgl ist mit Jahreswechsel in Pension gegangen).

„Selbstverständlich vertragen die Alpen kein unbegrenztes Wachstum“, betont Theresa Haid, Geschäftsführerin von Vitalpin. „Stillstand ist aber auch keine Lösung, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Tourismus in den Alpen eine enorme Wirtschaftskraft entfaltet hat. Damit wird erst dauerhafter Wohlstand für die Bevölkerung – konkret für 13 Millionen Menschen im Alpenbogen – möglich, wird Verödung verhindert und lassen sich abgelegene Seitentäler bewohnen.“ Haid bedauert, dass in Teilen der Gesellschaft das Bewusstsein darüber verloren gegangen sei, dass alle Bewohner des Alpenraums von den touristisch erschlossenen Seitentälern bis hin zu den städtischen Ballungszentren sichtbar und unsichtbar vom Tourismus leben. Für Parth und Haid sei das Ziel „nicht ein Mehr an Menge, sondern ein Mehr an Wert“.

„Schützen“ und „Nützen“ seien die Prinzipien, auf denen die drei Pfeiler von Vitalpin stehen: Menschen, Tourismus und Natur in den Alpen. Geplant seien über Vitalpin Informationen und Kampagnen, welche den Wert des Tourismus für den Lebensraum Alpen aufzeigen.

Vitalpin hat 25 Gründungsmitglieder aus den vier Alpenländern Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem verschiedene touristische Sparten der Wirtschaftskammer Österreich, Tirol und Südtirol, die Tiroler Destinationen und Tourismusverbände, die Seilbahnen Schweiz, der Hoteliers- und Gastgewerbeverband Südtirol sowie der Österreichische und Deutsche Skiverband. Mit an Bord seien aber auch Vertreter aus Industrie und Landwirtschaft wie z. B. die Kässbohrer AG oder der Südtiroler Bauernbund.