Spatenstich für gemeinsames Sozialzentrum in Hopfgarten
Bei der Seniorenbetreuung gehen in Zukunft Itter und Hopfgarten Hand in Hand. Insgesamt 15,2 Mio. Euro werden investiert.
Von Harald Angerer
Hopfgarten i. Br., Itter –Zwei Gemeinden, ein Dach – die beiden Brixentaler Orte Hopfgarten und Itter setzten bei der Seniorenbetreuung in Zukunft auf ein gemeinsames Sozialzentrum. „Seit gut zehn Jahren arbeiten wir an dem gemeinsamen Vorhaben. Heute ist ein großer Tag für unsere beiden Gemeinden“, betont Hopfgartens Bürgermeister Paul Sieberer beim gestrigen Spatenstich.
Gebaut wird das Gebäude im Ortsteil Elsbethen, einer idealen Lage, wie Sieberer betont. Es entstehen dort 75 Pflegebetten, dazu wird noch der Sozial- und Gesundheitssprengel Platz finden. Weiters vorgesehen ist eine Küche für die externe Versorgung, wie zum Beispiel Essen auf Rädern. Josef Kahn, Bürgermeister von Itter, betonte die gute Zusammenarbeit in der Vorbereitung, er lobte vor allem den großen Einsatz seines Kollegen Sieberer. Beide unterstreichen, dass die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit immer wichtiger werde. Hier würde im Gemeindeverband Brixental – Wildschönau sehr gut gearbeitet. Das hat auch Auswirkungen auf das neue Sozialzentrum in Hopfgarten. „Wir haben keine Tagespflege im Haus vorgesehen, da es eine solche in Westendorf gibt. Das war auch nicht immer leicht vor der eigenen Bevölkerung zu argumentieren“, schildert Sieberer. Eine weitere Verbindung gibt es mit Kirchberg, hier sind die Betten für Demenzkranke im Brixental untergebracht. „Auch haben wir es endlich geschafft, dass wir im Verband auf Investitionszuschüsse verzichten“, freut sich Sieberer.
Bei der Betreuungsform geht man in Hopfgarten für Tirol neue Wege. So kommt hier das Hausgemeinschaften-Modell zum Einsatz. Dabei wird das Gebäude in kleinere Organisationseinheiten unterteilt, mit maximal 15 Personen. Diesen Einheiten ist ein so genannter Alltagsbetreuer zugeteilt. Damit können die Bewohner mit mehr Selbstverantwortung den Tag meistern und man kann individueller auf die Menschen eingehen.
Mit dabei beim Spatenstich waren auch Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und Landesrätin Beate Palfrader, die auch für die Wohnbauförderung zuständig ist. Sie gratulierten den beiden Gemeinden zu der Zusammenarbeit. „Seit ich in der Landesregierung bin, kenne ich dieses Vorhaben und es freut mich, dass es nun umgesetzt werden kann“, sagt Palfrader, während Tilg lobt: „Bereits mit dem Casemanager ist die Region neue Wege gegangen und auch jetzt wieder mit den Hausgemeinschaften.“
Die Kosten für das neue Sozialzentrum werden von Sieberer mit 15,2 Millionen Euro beziffert. „Ein enger Budgetrahmen, den wir einhalten wollen“, sagt Sieberer. Zusagen gibt es von Landesseite über 6,6 Mio. Euro Wohnbauförderungskredit und 4,75 Mio. Euro Landesförderung. Der Anteil der beiden Gemeinden teilt sich nach dem Bevölkerungsschlüssel auf, also mit 82 % Hopfgarten und 18 % Itter. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2020 geplant.