Verbalduell über Kultur in der Stadt Innsbruck
FP-Federspiel ortet „grüne Günstlingspolitik“, Schwarzl lässt das nicht auf sich sitzen.
Innsbruck –Freunde werden diese beiden wohl nicht mehr. Rudi Federspiel, Innsbrucker FPÖ-Stadtrat ohne Ressortzuständigkeit, reitet Verbalattacken gegen Kulturstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne). „Die städtische Kulturpolitik wurde unter Schwarzl zu einer grünen Günstlingspolitik“, wettert der Freiheitliche.
Ein TT-Interview mit Schwarzl brachte Federspiels Blut in Wallung. Sie wolle nicht Festivals ankündigen, sondern breit diskutieren, welche Schwerpunkte im Kulturbereich gesetzt werden sollen, hatte Schwarzl erklärt.
Federspiel zeiht die Grünpolitikerin einer „unglaubliche Überheblichkeit“. „Prestigeträchtige Festivals“ wie der Tanzsommer und das Festival der Träume seien zunichtegemacht worden, seit die Grünen Einzug in die Stadtregierung hielten. Und Federspiel legt weiter nach: „Kritische Kulturschaffende mussten aufhören, konforme ,Stadtkünstler‘ werden dafür von den Grünen mit Förderungen belohnt.“ Federspiel nennt namentlich Treibhaus und p.m.k. als Beispiele.
Die angegriffene Schwarzl kontert mit Verweis auf das Budget. Danach zeigen die Zuschüsse für Treibhaus und p.m.k. seit 2010, also noch vor dem grünen Regierungseintritt, keine große Veränderung. Schwarzl: „Federspiels Aussagen richten sich von selbst und machen deutlich, wie gut es ist, dass die FPÖ in Innsbruck keine Regierungsverantwortung hat.“
Von einem „konstruktiven Klima quer durch alle Parteien inklusive FPÖ“ berichtet Gemeinderätin Irene Heisz (SPÖ), die Vorsitzende des städtischen Kulturausschusses. Federspiel ist in diesem Gremium nicht vertreten. Die FPÖ hat Astrid Denz und Deborah Gregoire in den Kulturausschuss entsandt. (mark)