Seniorenbefragung im Burgenland: Pflege daheim stark gewünscht
Eisenstadt (APA) - Das Land Burgenland hat vor einigen Monaten angekündigt, eine Seniorenbefragung zum Thema Pflege durchzuführen. Am Montag...
Eisenstadt (APA) - Das Land Burgenland hat vor einigen Monaten angekündigt, eine Seniorenbefragung zum Thema Pflege durchzuführen. Am Montag wurden „erste wichtige Erkenntnisse“ präsentiert, so Roland Fürst, Studiengangsleiter Soziales der FH Burgenland. Für Soziallandesrat Christian Illedits (SPÖ) ist die wichtigste Zahl jene, dass 98,5 Prozent der Befragten solange es geht, zu Hause bleiben wollen, meinte er.
Durchgeführt wurde die Befragung vom Department Soziales der FH Burgenland. Insgesamt wurden rund 23.000 Fragebögen mit 20 niederschwelligen Fragen von 11. Jänner bis 20. Februar 2019 an die Generation 60plus verschickt. Die Rücklaufquote lag bei 42 Prozent - laut Illedits, der seine erste Pressekonferenz als frisch angelobter Soziallandesrat abhielt, eine „enorm hohe Quote“.
Die zentralen Erkenntnisse der Befragung seien, dass etwa die Betreuung zu Hause als „eher weniger“ leistbar bewertet wurde. Je älter man werde, umso weniger gebe es eine Zustimmung für „Betreutes Wohnen“. Außerdem gehe hervor, dass Pflegeheime im Landessüden am stärksten in Anspruch genommen werden, erläuterte Fürst.
Die Seniorenbefragung habe laut Illedits nicht nur Erkenntnisse für den gerade in Erstellung befindlichen Zukunftsplan Pflege, der am 25. März präsentiert werden soll, gebracht, sondern auch „Sensibilisierung geschafft“. „Es gibt nur wenige, die sich präventiv mit dem Thema auseinandersetzen“, sagte der Soziallandesrat.
Wer Fragen zum Thema Pflege hat, kann sich im Burgenland u.a. an sogenannte Case- und Care-Manager, die in jeder Bezirkshauptmannschaft stationiert sind, wenden. In den ersten beiden Monaten des heurigen Jahres wurden 296 Beratungsfälle gezählt, berichtete Illedits. Der überwiegende Teil sei mit 60 Prozent telefonisch abgewickelt worden. 20 Prozent wurden an Ort und Stelle bei den Betroffenen behandelt.
Um sowohl im Krankheits- oder Urlaubsfall diesen Dienst aufrecht zu erhalten, werden aktuell weitere Case- und Care-Manager, die Illedits lieber als „Pflegeberater“ bezeichnet, gesucht. Konkret sollen etwa drei bis vier weitere Berater angestellt werden. „Wir haben jetzt auf jeder Bezirkshauptmannschaft eine Person installiert, aber wir brauchen einen Pool“. Man könne sich ja auch schon präventiv beraten lassen und nicht erst im Akutfall den Kontakt suchen.