Liste Fritz kritisiert Pflegelandesrat Tilg
Dem Appell von Romed Giner, Obmann des Sozialvereins Thaur, pflegende Angehörige stärker zu unterstützen (die TT berichtete), schließt sich ...
Dem Appell von Romed Giner, Obmann des Sozialvereins Thaur, pflegende Angehörige stärker zu unterstützen (die TT berichtete), schließt sich Liste-Fritz-Klubobfrau LA Andrea Haselwanter-Schneider „vollinhaltlich" an. Sie wirft LR Bernhard Tilg (VP) — seit sechs Jahren auch für die Pflege zuständig — vor, konkrete Verbesserungen schuldig zu bleiben. „Stattdessen richtet er Arbeitsgruppen ein, lässt evaluieren und erheben." Den neuerlich angekündigten „Kümmerer" in den Gemeinden verspreche Tilg etwa schon „seit mindestens sechs Jahren".
Um Verbesserungen im Bereich der mobilen und häuslichen Versorgung zu erreichen, „braucht es Geld und ein größeres Angebot", meint Haselwanter-Schneider weiter. Betrachte man aber das vom Landtag im Dezember beschlossene Budget für 2019, „klafft eine große Lücke zwischen Ankündigung und tatsächlicher Umsetzung. So gibt es weiterhin zu wenig Geld für die ambulante Betreuung und Unterstützung oder das betreute Wohnen."
Stichwort betreutes Wohnen: Warum das derzeitige Modell „nicht so funktioniert, wie es sollte", müsse Tilg nicht evaluieren, sondern „den Aussagen der Praktiker folgen", so Haselwanter-Schneider: „Einzelne barrierefreie Wohnungen auf die grüne Wiese zu bauen, ist zu wenig." Funktionieren würden diese Modelle dort, wo sich die Wohnungen in unmittelbarer Nähe zu Heimen und Sozialsprengeln befänden und wo Leistungen im Bedarfsfall angefordert werden könnten.
Die in Heimen ausgewiesenen Kurzzeitpflegeplätze wiederum würden „erfahrungsgemäß im Ernstfall selten zur Verfügung stehen". Wenn Tilg „den Finanzdruck von den Gemeinden nimmt, werden diese die Kurzzeitpflegeplätze auch für diese Patienten reservieren und nicht mit Langzeitpatienten belegen". (TT)