Vucic signalisiert Willen, Vereinbarung mit dem Kosovo zu erreichen

Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - „Lasst uns versuchen, eine Vereinbarung zu erreichen, und nicht jede Situation dazu nutzen, die Beziehu...

Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - „Lasst uns versuchen, eine Vereinbarung zu erreichen, und nicht jede Situation dazu nutzen, die Beziehungen zu verschlechtern“, erklärte der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Mittwoch zum ungelösten Konflikt mit dem Kosovo. Damit wollte er sich offenbar selbst bei der Nase nehmen und andererseits wohl einen Appell an die kosovarische Regierung richten.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Italiens Premier Giuseppe Conte in Belgrad bekräftigte Vucic, dass seine Regierung zu Gesprächen bereit wäre, die „in Zukunft womöglich zum Kompromiss“ führen könnten. „Vor uns steht allerdings noch ein langer Weg, es ist jedoch wichtig, nach Frieden und Kompromiss zu suchen“, so Vucic.

Als Voraussetzung für die Fortsetzung des von der EU vermittelten, stillstehenden Normalisierungsdialogs zwischen Serbien und dem Kosovo nannte der Präsident einmal mehr die Aufhebung der drastischen Zölle, die der Kosovo für Waren aus Serbien eingeführt hat - offenbar als Retourkutsche, weil Serbien die Aufnahme des Kosovo in die internationale Polizeiorganisation Interpol erfolgreich hintertrieben hatte. Conte schloss sich der Forderung nach Aufhebung der Zölle an. Einseitige Schritte führten zu nichts, meinte der italienische Regierungschef.

Für Serbien gebe es keine EU-Eingliederung, solange die Kosovo-Frage nicht gelöst sei, räumte Vucic ein. Aber auch der Kosovo müsse den Kompromiss suchen, wolle er internationale Organisationen aufgenommen werden, betonte der Präsident.

Vucic reagierte am Mittwoch auch auf eine Meldung der italienischen Nachrichtenagentur ANSA vom Montag, die später zurückgezogen wurde. „Ich kann darüber (die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch Serbien, Anm.) nicht reden, auch deswegen nicht, weil wir gar keine Kompromisslösung haben. Ich kann aber andere nicht daran hindern, ein Gesprächsthema aufzuwerfen“, las Vucic seine Aussage für die italienische Nachrichtenagentur vor. ANSA hatte berichtet, Vucic halte eine Anerkennung des Kosovo als souveräner Staat unter Bedingungen für möglich. Zunächst müsse aber ein „Kompromiss“ gefunden werden, wurde vermeldet, ehe die Nachricht von der weiteren Verwendung ausgeschlossen wurde.