Anklage gegen mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer aus Köln erhoben
Düsseldorf (APA/AFP) - Die deutsche Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer aus Köln und seine Ehefrau erhob...
Düsseldorf (APA/AFP) - Die deutsche Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen den mutmaßlichen Rizin-Bombenbauer aus Köln und seine Ehefrau erhoben. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts Düsseldorf bestätigte den Eingang der Anklage gegen Seif Allah H. am Mittwoch. Bei seiner Festnahme im Juni 2018 in Köln-Chorweiler war H. die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen worden.
Der damals 30-Jährige soll geplant haben, einen Sprengsatz zu zünden, der eine mit Rizin präparierte Splitterladung enthalten sollte. Unklar war, ob er schon ein konkretes Anschlagziel hatte. Die Grundsatzentscheidung traf er demnach im Frühjahr 2018, ab April beschaffte er sich online Rizinussamen.
Der Haftbefehl umfasste auch den Vorwurf der versuchten Mitgliedschaft in der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). H. hatte demnach vor Beginn seiner Anschlagsplanungen vergeblich versucht, zum IS nach Syrien auszureisen. Danach nahm er über soziale Medien Kontakt zu IS-Kämpfern auf, die ihm vorschlugen, stattdessen ein Attentat in Deutschland zu begehen.
In Tunesien wurden im August 2018 zwei mutmaßliche Komplizen des 30-Jährigen festgenommen. Ein Beschuldigter verabredete sich demnach mit H., zeitgleich Bombenanschläge in Deutschland und Tunesien zu verüben. Der zweite Beschuldigte soll für H. einen gefälschten Pass vorbereitet haben, um diesem damit eine Flucht in andere europäische Länder zu ermöglichen.
H. Ehefrau Yasemin warf die Bundesanwaltschaft bei ihrer Festnahme im Juli 2018 vor, ihrem Mann in drei Fällen bei der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat geholfen zu haben. Sie soll zumindest für einige der Bestellungen ihr Konto bei einem Internetversandhändler sowie ihr Paypalkonto zur Verfügung gestellt haben. Auch half sie demnach bei der Abwicklung der Lieferung von tausend Rizinussamen.
Die später bei H. gefundenen 84,3 Millligramm Rizin stellte der Tunesier den Ermittlungen zufolge Ende Mai 2018 her. Um die Wirksamkeit des Rizins zu testen, soll das Ehepaar in einer Kölner Zoohandlung einen Zwerghamster gekauft haben. Geplant war demnach, das Rizin zu Testzwecken auf das Tier aufzutragen.