China investierte 2018 weniger - Mehr Zukäufe in UK und Deutschland

Berlin (APA/Reuters) - Chinesische Investitionen in der Europäischen Union sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr eingebrochen. Mit 1...

Berlin (APA/Reuters) - Chinesische Investitionen in der Europäischen Union sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr eingebrochen. Mit 17,3 Mrd. Euro fielen sie im Vergleich zu 2017 um rund 40 Prozent und lagen damit auf dem niedrigsten Wert seit 2014. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des Mercator Institute for China Studies (Merics) und der Rhodium Group hervor.

„Dies spiegelt den weltweiten Rückgang chinesischer Investitionen wider und lässt sich auf anhaltende Kapitalkontrollen und eine Verknappung der Liquidität in China zurückführen“, hieß es zur Begründung. Eine wachsende Rolle spielten jedoch auch verschärfte Regeln zur Überprüfung chinesischer Investitionen auf Sicherheitsrisiken in verschiedenen europäischen Ländern. Diese hätten Investitionen verzögert oder gar verhindert.

Gegen den Trend verzeichnete Deutschland ein Plus bei chinesischen Direktinvestitionen von knapp 400 Millionen auf 2,1 Mrd. Euro - nur nach Großbritannien floss mehr Geld (4,2 Mrd Euro). Dazu gehörten etwa die Übernahme von Biotest durch den chinesischen Pharmahersteller Tiancheng und des Autozulieferers Grammer durch Ningbo Jifeng.

„Gerade die wachsende Sorge der deutschen Bundesregierung vor chinesischen Investitionen in sensiblen Technologiebereichen und kritischen Infrastrukturen hatte jedoch auch zu Verzögerungen oder sogar zum Scheitern von Vertragsverhandlungen mit chinesischen Investoren geführt“, heißt es in der Studie. So kam es nicht zu den geplanten Übernahmen des Maschinenbauers Leifeld und des Stromnetzbetreibers 50Hertz.

„Europa bleibt auch künftig attraktiv für chinesische Investoren“, erwarten die Autoren. „Angesichts des bisher nicht beigelegten Handelskriegs zwischen den USA und China und des strikten US-amerikanischen Systems der Investitionskontrolle dürften chinesische Investitionen in Europa zumindest vorübergehend einen zusätzlichen Schub erhalten.“

Die neuen EU-Investitionskontrollen dürften aber insbesondere China treffen. Sie ermutigten Mitgliedsstaaten, staatlich initiierte Investitionen in sensible Technologien und kritische Infrastruktur genauer zu prüfen.

Die Autoren schätzen, dass 83 Prozent der chinesischen Übernahmen im vergangenen Jahr eines dieser Kriterien erfüllt hätten. „Es ist davon auszugehen, dass dies nur ein erster Schritt hin zu einer deutlich kritischeren Haltung europäischer Regierungen gegenüber chinesischen Unternehmen ist“, hieß es in der Studie.