BVT-Ausschuss: Aktivist kritisiert tendenziöse Ermittlungen

Wien (APA) - Auch der zweite am Mittwoch geladene Tierrechtsaktivist hat im BVT-Untersuchungsausschuss scharfe Kritik am Vorgehen der Behörd...

Wien (APA) - Auch der zweite am Mittwoch geladene Tierrechtsaktivist hat im BVT-Untersuchungsausschuss scharfe Kritik am Vorgehen der Behörden geübt. Im Akt sei nur Belastendes gelandet, beklagte Christian Moser, Kampagnenchef des Vereins Gegen Tierfabriken (VGT) in Tirol. Er schilderte die Ermittlungen als tendenziös bis hin zur „Lächerlichkeit“.

So erzählte Moser, dass die Polizei bei der Hausdurchsuchung im Mai 2008 seine Sojamilchflasche aus der Kindergartentasche seines Sohnes beschlagnahmt hat, weil man das für einen chemischen Kampfstoff gehalten habe. Aufgeklärt worden sei das erst vor Gericht: „Im Prozess hat die Chemikerin dann bestätigt - das war drei Jahre später - ja, das war Sojamilch.“

Im Prozess wurde Moser wie alle anderen Aktivsten freigesprochen. Wie VGT-Obmann Martin Balluch geht auch er von einem politischen Hintergrund der Ermittlungen aus: „Wir haben irgendwelchen mächtigen Leuten ans Bein gepisst und das ist die Retourkutsche.“ Wirklich abgeschlossen habe er mit der Causa noch nicht: „Ich geh immer noch durch die gleiche Türe raus, wo acht Bewaffnete reingestürmt sind.“

Beteiligt war Moser an Aktionen auch außerhalb Tirols. So habe man bei der Kampagne für ein einheitliches Tierschutzgesetz die ÖVP-Zentrale besetzt. Moser glaubt allerdings, dass er auch wegen seines auffälligen Äußeren in die Ziehung gekommen ist. Er sei eben tätowiert und trete für eine „herrschaftsfreie Gesellschaft“ ein. Einem konservativen Menschen wie den fallführenden Staatsanwalt Wolfgang Handler sei so etwas wohl suspekt, dieser sei ihm wie auf einem Kreuzzug vorgekommen. „Viele Leute funktionieren schon sehr schubladisierend: der ist tätowiert, der hat lange Dreads, der passt uns genau rein in das Bild vom radikalen Aktivisten“, meinte Moser.

Die ÖVP bemühte sich dann auch, genau diesen Eindruck herzustellen. Der Abgeordnete Nikolaus Prinz hielt Moser einen Flugzettel vor, auf dem ein Jäger im Fadenkreuz unter der Aufschrift „Jäger töten“ abgebildet war. Dass das eine Aufforderung zum Mord an Jägern war, wies Moser (unterstützt von Verfahrensrichter Eduard Strauss) als Unterstellung zurück. Vielmehr sei es um künstlerische Provokation gegangen - und um eine Antwort auf die Frage, was Jäger tun.

Tatsächlich seien es die Tierschützer gewesen, die bei Kundgebungen von bezahlten Schlägern verprügelt worden seien, sagte Moser. Dass man mit den Kundgebungen ausgerechnet gegen Kleider Bauer vorgegangen sei, begründete er damit, dass die Firma Filialen in ganz Österreich habe und mit Leichtigkeit auf den Verkauf von Pelz verzichten könnte.