Österreich

Industrieproduktion: Auf das Hoch folgt die Delle

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Österreichs Industrie lief 2018 auf Hochtouren, der Ausblick auf 2019 ist vorsichtig. „Die Hochkonjunktur ist vorbei, es wird 2019 eine Abschwächung geben — aber wir sind weit entfernt von einer Rezession“, sagte der Obmann der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Sigi Menz.

Wien –Österreichs Industrie lief 2018 auf Hochtouren, der Ausblick auf 2019 ist vorsichtig. „Die Hochkonjunktur ist vorbei, es wird 2019 eine Abschwächung geben – aber wir sind weit entfernt von einer Rezession“, sagte der Obmann der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Sigi Menz, gestern. Neben Protektionismus sei vor allem der Fachkräftemangel ein Problem für Österreichs Industriebetriebe. Dem sollte die Politik durch mehr Investitionen in Bildung und Forschung, vor allem im Technik-Bereich, sowie mit einer Zuwanderungsstrategie wie in Deutschland gegensteuern, fordert die Industrie.

Laut WKÖ fehlen der Industrie 60.000 Fachkräfte, wodurch Stellen nicht nachbesetzt und Aufträge nicht angenommen werden können. Gleichzeitig würden aber Bewerber für Technik-Ausbildungen trotz bestandener Aufnahmeprüfungen abgewiesen, weil nicht genug Kapazitäten in den Ausbildungsstätten wie Fachhochschulen und HTL vorhanden seien. Bei der Zuwanderung müsse man auf Fachkräfte auch außerhalb der EU setzen sowie Fachkräfte auch in Asien, etwa in Indien, und in Afrika ansprechen.

2018 legte die Industrieproduktion in Österreich auf 175,8 Mrd. Euro zu – ein Plus um über 15 Mrd. Euro bzw. nominell um 9,5 % gegenüber 2017. Real (inflationsbereinigt) betrug das Wachstum 7,2 Prozent. Besonders gut entwickelten sich die Mineralölindustrie und die Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen sowie die Fahrzeugindustrie. Weniger gut lief es in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie in der Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie: Diese Branchen verfehlten 2018 ihr vorjähriges Produktionsniveau.

2018 konnte der Mitarbeiterstand des Jahres 2008, also jener von vor der Finanzkrise, wieder erreicht werden. Insgesamt waren im Vorjahr 453.140 Menschen in der Industrie beschäftigt, ein Plus von 2,8 Prozent zum Jahr davor. (APA)