Deutsche Bundesbank sieht Finanzbranche auf harten Brexit vorbereitet
Frankfurt (APA/Reuters) - Finanzaufsicht und Banken haben sich nach Einschätzung des deutschen Bundesbank-Vorstands Joachim Wuermeling inzwi...
Frankfurt (APA/Reuters) - Finanzaufsicht und Banken haben sich nach Einschätzung des deutschen Bundesbank-Vorstands Joachim Wuermeling inzwischen auch für einen harten Brexit angemessen gewappnet. „Ich denke, dass wir die Zeit, die uns zur Verfügung stand, voll genutzt haben, um die Vorbereitung auf einen harten Brexit so weit wie möglich zu treiben“, sagte Wuermeling am Mittwoch auf einer Podiumsdiskussion in Frankfurt.
Es sei eine gemeinsame Anstrengung von Aufsehern und Finanzbranche gewesen, dass man jetzt „in einem vernünftigen Maße“ vorbereitet sei. Großbritannien plant Ende März aus der EU auszutreten. Nach wie vor steht nicht fest, ob es zu einem ungeregelten Brexit ohne Ausstiegsabkommen kommen wird.
Wuermeling zufolge wird es ohnehin zu einem harten Brexit kommen. Entweder jetzt oder nach einer Übergangsregelung nach zwei Jahren, sagte der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand. „Denn das, was in den bisherigen Vereinbarungen angelegt ist, wird in gar keinem Fall zu einem Binnenmarkt mit dem Vereinigten Königreich im Finanzbereich führen.“
Sorgen bereitet dem Bundesbank-Vorstand allerdings die Aufsicht über die großen Clearing-Häuser nach einem Brexit. Bisher habe die internationale Zusammenarbeit der Aufseher über sie einigermaßen funktioniert, sagte Wuermeling. Aber auf Dauer habe er bei einer solchen Lösung ein gewisses Unbehagen. „Wenn es dann darauf ankommt, fehlt der aufsichtliche Zugriff auf diese Infrastruktur.“ Man wisse nicht, wie sich ein Clearinghaus verhalten werde, wenn es im Krisenfall mit unterschiedlichen Anforderungen der Aufseher in den USA, Großbritannien und der EU konfrontiert sei. „Je mehr sich die Aufseher mit dieser Frage beschäftigen, desto tiefer werden die Sorgenfalten auf den Gesichtern der Aufseher.“
Bisher wird das Euro-Clearing von der LCH, einer Tochter der Londoner Börse LSE, dominiert. Die Deutsche Börse will ihren Marktanteil in dem Geschäft aber bis Jahresende auf 25 Prozent ausweiten.
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