Urteil im Prozess gegen Erzbischof von Lyon erwartet
Lyon (APA/dpa) - Im Prozess wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen gegen den mächtigen Erzbischof von Lyon will das Gericht am Donnersta...
Lyon (APA/dpa) - Im Prozess wegen Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen gegen den mächtigen Erzbischof von Lyon will das Gericht am Donnerstag (9.30 Uhr) sein Urteil verkünden. Kardinal Philippe Barbarin und fünf weiteren Geistlichen wird vorgeworfen, Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht weiter verfolgt zu haben.
Dieser soll in den 1980er-Jahren gegen Dutzende Kinder übergriffig geworden sein. Die Staatsanwaltschaft hat keine Verurteilung gefordert - unter anderem, weil ein Teil der Tatbestände verjährt sei.
Bereits 2016 hatte die Staatsanwaltschaft Voruntersuchungen gegen Barbarin eingestellt. Ein Opferverein hatte nun das Verfahren angestrengt. Kardinal Barbarin galt Beobachtern zufolge lange als eine Art Shootingstar der katholischen Kirche in Frankreich. Im Sommer 2002 wurde er mit nur 51 Jahren Erzbischof von Lyon und damit höchster katholischer Würdenträger Frankreichs. Das Amt des Primas der katholischen Kirche in Frankreich ist traditionell mit dem Amt des Erzbischofs von Lyon verbunden.
Der preisgekrönte Berlinale-Spielfilm „Grâce à Dieu“ (deutscher Titel: Gelobt sei Gott) setzt sich fiktiv mit den Vorkommnissen in Lyon auseinander.