Mindestens ein Toter nach Granatbeschuss auf Gedenkfeier in Kabul

Kabul (APA/dpa) - In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einem Mörsergranaten-Angriff auf eine Gedenkfeier mit hochrangigen Politiker...

Kabul (APA/dpa) - In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einem Mörsergranaten-Angriff auf eine Gedenkfeier mit hochrangigen Politikern mindestens ein Mensch getötet und 16 weitere verletzt worden. Das teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Mayar, am Donnerstag mit.

Bei der Gedenkveranstaltung für einen ehemaligen prominenten Führer der schiitischen Hasara-Minderheit im Westen Kabuls waren der afghanische Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah, mehrere Präsidentschaftskandidaten und der ehemalige Präsident Hamid Karzai anwesend.

Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater und jetzige Präsidentschaftskandidat Hanif Atmar blieb unverletzt, hieß es in einer Erklärung auf seiner Facebook-Page. Acht seiner Leibwächter seien allerdings verletzt worden. Der Präsidentschaftskandidat Latif Pedram wurde ebenso verletzt, allerdings sei sein Gesundheitszustand stabil, hieß es auf seiner Facebook-Seite.

Das Gebiet sei weitläufig abgesperrt worden, hieß es aus dem Innenministerium. Die Zeremonie wurde abgebrochen. Sicherheitskräfte hätten die Person, die die Mörsergranaten abgefeuert hat, in einem Gebäude in der Nähe festgenommen.

In Vorjahr erschütterten mehr als 20 große Anschläge und Angriffe die afghanische Hauptstadt. Dabei starben mehr als 500 Menschen, mehr als 1.000 wurden verletzt. Den Großteil der Anschläge hatte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) für sich reklamiert.

Anders als in vielen muslimischen Ländern gibt es in Afghanistan keine Geschichte blutiger Fehden zwischen Sunniten und Schiiten. Aber seit dem Eingreifen der sunnitischen IS-Terrormiliz 2015 sind Schiiten zunehmend Ziel brutaler Angriffe. Oft werden Betende während hoher Feiertage getötet.