Hammond erwartet Brexit-Verschiebung bei Abstimmungs-Niederlage
London/Berlin (APA/Reuters) - Eine erneute Niederlage von Premierministerin Theresa May im Parlament kommende Woche würde Finanzminister Phi...
London/Berlin (APA/Reuters) - Eine erneute Niederlage von Premierministerin Theresa May im Parlament kommende Woche würde Finanzminister Philip Hammond zufolge vermutlich zu einer Verschiebung des Brexit führen. „Das Parlament wird dafür stimmen, die EU nicht ohne ein Abkommen zu verlassen“, sagte Hammond am Donnerstag dem Sender BBC. Dessen sei er sich sicher.
Ohne eine Zustimmung zu dem von May mit der EU ausgehandelten Abkommen oder eine Verschiebung des Austrittstermins würde es am 29. März zu einem ungeregelten Brexit kommen. May erlitt bei einer Abstimmung im Parlament über das EU-Abkommen am 15. Jänner die schwerste Niederlage der modernen britischen Geschichte. Kommende Woche findet ein erneutes Votum statt. May hofft auf Zugeständnisse der EU, um dieses Mal genug Abgeordnete auf ihre Seite zu ziehen. Knackpunkt ist weiter die irische Grenze. Außenminister Jeremy Hunt sagte, er hoffe auf einen Durchbruch am Wochenende. Diplomaten zufolge könnte May am Montag nach Brüssel reisen, sollte es bis dann Fortschritte in den Verhandlungen gegeben haben.
Einem Medienbericht zufolge rechnen 36 Prozent der deutschen Unternehmen mit Handelsbeziehungen nach Großbritannien inzwischen mit einem ungeordneten Brexit. Etwa ein Viertel gehe davon aus, dass bis Ende März ein Austrittsabkommen mit Übergangsphase stehe, berichtete „Spiegel Online“ unter Berufung auf eine unveröffentlichte Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in Zusammenarbeit mit dem deutschen Bundesverband der Deutschen Industrie. Mit einer Verschiebung plant ein weiteres Viertel. An einen Verbleib in der EU glaube demnach sechs Prozent.