„Ganymed in Love“: Das KHM widmet sich des Abends der Liebe

Wien (APA) - Beim sechsten Mal kommt man auf die Liebe: Bereits fünf Mal haben Künstlerinnen und Künstler unter der Ägide von Regisseurin Ja...

Wien (APA) - Beim sechsten Mal kommt man auf die Liebe: Bereits fünf Mal haben Künstlerinnen und Künstler unter der Ägide von Regisseurin Jacqueline Kornmüller die Hallen des Kunsthistorischen Museums (KHM) in einen assoziativen Theater- und Musikraum unter dem Titel „Ganymed“ verwandelt. Bei Ausgabe Nr. 6 widmet man sich mit „Ganymed in Love“ nun dem Amourösen in all seinen Facetten. Premiere ist am 13. März.

Thematisch ist Ganymed bereits geflogen, hat sich Europa oder zuletzt der Natur gewidmet. Nun ist also das rote Band der Liebe der rote Faden, der sich durch den theatralen Abend im Wiener KHM ziehen wird. Zwar weckt bereits das heurige Plakatsujet, ein Detailausschnitt aus Raffaels „Heilige Margarete“, der das vergrößerte, weit aufgerissene Maul eines Drachens zeigt, vaginale Assoziationen.

Dennoch sind beileibe nicht alle zwölf der von 21 Künstlern und Künstlerinnen gestalteten Szenen auf die körperliche Liebe fokussiert. Stammautor Franz Schuh widmet sich beispielsweise Pompeo Batonis „Gleichnis vom verlorenen Sohn“ im Wechselspiel von Vaterliebe und Benachteiligungsängsten, während der belgische Erfolgsautor Jean-Philippe Toussaint die Hände in Caravaggios „Rosenkranzmadonna“ betrachtet, was Christian Nickel mit einem Gebärdensprachensemble darstellt. Diese Arbeit sei so befruchtend gewesen, dass man das Projekt ausgeweitet habe und am 29. Mai die gesamte „Ganymed“-Vorstellung für Gehörlose übersetze, kündigte Kornmüller bei der Präsentation am Donnerstag an.

Weitere Beiträge stammen von der Beat-Autorin und Exilantin Ruth Weiss oder von Shootingstar Milena Michiko Flasar. „Verliebte haben niemals Langeweile“, so eine Zeile aus dem Shakespeare-Text „Venus und Adonis“, der in der Interpretation von Petra Gstrein und Cellist Lukas Lauermann Annibale Carracis gleichnamiges Gemälde umspielt. Das bleibt auch den abendlichen Museumsbesuchern zu wünschen, die dazu bis Mitte Juni zahlreiche Gelegenheiten haben - darunter am 25. April eine Benefizvorstellung für die Caritas in der Dependance Carla (wo allerdings Kopien die Originale ersetzen werden).

Das Konzept von „Ganymed“ funktioniere einfach auch nach zehn Jahren noch, zeigte sich Produzent Peter Wolf überzeugt, hat man damit doch auch schon in Budapest, Brüssel oder Breslau reüssiert: „Als wir 2009 begonnen haben, gab es noch nichts Vergleichbares. Und das ist noch immer so.“

(S E R V I C E - www.khm.at/ganymedinlove)