5G-Frequenzauktion - T-Mobile kritisiert Preistreiberei
Wien (APA) - T-Mobile hat bei der 5G-Frequenzauktion kritisiert, dass im Laufe des Vergabeprozesses der Preis für die Nutzungsrechte unter a...
Wien (APA) - T-Mobile hat bei der 5G-Frequenzauktion kritisiert, dass im Laufe des Vergabeprozesses der Preis für die Nutzungsrechte unter anderem in Wien in die Höhe getrieben worden sei. Diese Lizenzen seien dann übergeblieben. Die Österreich-Tochter der Deutschen Telekom plant noch heuer die ersten 5G-Antennen in Betrieb zu nehmen, sie sollen via 5G-fähigem WLAN-Router Internet in die Haushalte bringen.
Die Ziele von T-Mobile seien gewesen, ein flächendeckendes, homogenes und großes Spektrum zu erhalten. „Ich kann sagen: Wir haben alle drei Ziele für uns erreicht und soweit sehr zufrieden. Unsere Mitbewerber haben die Ziele nicht alle in dieser Form erreicht“, sagte T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth in einer Pressekonferenz in Wien.
T-Mobile zahlte rund 57 Mio. Euro. „Das ist eine ordentliche Summe, die zurückverdient sein will, die im europäischen Vergleich im Mittelfeld liegt“, sagte Finanzvorstand Gero Niemeyer. Die Auktion in der Schweiz vor einigen Wochen sei günstiger gewesen, jene in Großbritannien und Italien deutlich teurer. „Ein Schnäppchen war es nicht, aber wir sind der Überzeugung, dass wir damit auch noch die Mittel haben auszubauen“, so Niemeyer. T-Mobile kündigte an, die Auflagen definitiv übertreffen zu wollen.
Österreichweit seien 6,5 Prozent der Lizenzen nicht vergeben worden, so Bierwirth. Dies sei zum einen auf das regional unterteilte Auktionsverfahren zurückzuführen, anderseits auf der Bieterverhalten. „Es liegt daran, dass in der Versteigerung einzelne Teilnehmer auf Frequenzen geboten haben, sich dann aber während der Versteigerung entschieden haben, sie doch nicht kaufen zu wollen. So viel konnte man als Teilnehmer im Ballroom erkennen. Ich will das nicht weiter kommentieren, aber das Ergebnis ist, dass 5G in Österreich jetzt teilweise jetzt ungenützt bleibt, auch in Wien“, schilderte Niemeyer.
Was mit den nicht verkauften Frequenzen nun passiert, ist offen - und heikel, weil: „man kann jetzt natürlich auch nicht den Rest nochmals mit viel niedrigeren Preisen verkaufen, nachdem wir alle relativ viel bezahlt haben“, so Niemeyer.
Der Eintritt vier neuer Anbieter in das Mobilfunkgeschäft führe jedenfalls zu einer Marktveränderung, prognostiziert Bierwirth. Er geht davon aus, dass 5G das bisherige DSL-Internet ersetzen wird. Auch dem neuen Wettbewerb mit der Salzburg AG und der Graz Holding stelle man sich gerne, „wenn es ein marktwirtschaftlicher Wettbewerb ist“. Falls Kommunalpolitiker so Infrastrukturpolitik machen wollen, wo Förderungen hineinfließen, lehne man ab.
T-Mobile hat - ebenso wie „Drei“ (Hutchison) - Frequenzen ersteigert, die bereits ab Zustellung des Bescheides, also in wenigen Wochen Ende März oder Anfang April bereits genützt werden dürfen. T-Mobile plant in Kürze in fünf Bundesländern 25 Mobilfunkmasten mit 5G in Betrieb zu nehmen. Der Start erfolge mit WLAN-Routern, die via 5G ans Internet angebunden sind. Erst später werden die ersten 5G-Smartphones folgen.
Wo genau T-Mobile den 5G-Start plant, will der Mobilfunker erst später gemeinsam mit Bürgermeistern bekanntgeben. Diese ersten 25 Antennen seien bereits montiert - sie kommen übrigens von Huawei. Ob T-Mobile und der Mutterkonzern Deutsche Telekom auch weiter mit dem wegen des Spionageverdachts unter Druck stehenden chinesischen Lieferanten zusammenarbeiten, ist offen. Die große an alle Netzwerkausrüster adressierte Ausschreibung für den 5G-Ausbau laufe derzeit. „Ich kann weder sagen: ‚Huawei wird es‘, noch ‚Huawei wird es nicht‘“, erklärte Bierwirth.
Ob auch die Multiband-Auktion 2020 teurer wird als von der Regierung budgetiert, sei Spekulation, sagte Niemeyer: „Wenn man über Milliarden spricht - wenn es dazu kommen würde, dann hätten wir für die Investitionsfähigkeit in Österreich ein echtes Problem.“
~ WEB http://www.t-mobile.at ~ APA371 2019-03-07/14:48