Causa Pflegeheim in NÖ - Kein Medikamenten-Missbrauch nachweisbar
St. Pölten (APA) - In der Causa Pflegeheim Kirchstetten liegt nach Exhumierungen das toxikologische Gutachten vor. Dieses hat keinen Verdach...
St. Pölten (APA) - In der Causa Pflegeheim Kirchstetten liegt nach Exhumierungen das toxikologische Gutachten vor. Dieses hat keinen Verdacht ergeben, dass den Patienten systematisch ein Medikament verabreicht wurde, das den Todeseintritt beschleunigt haben könnte. „Es waren keine bedenklichen Substanzen nachweisbar“, bestätigte Leopold Bien von der Staatsanwaltschaft St. Pölten einen „Kurier“-Bericht.
Nach zwei Exhumierungen auf Friedhöfen in Niederösterreich und Wien 2017 war bei Untersuchungen ein entwässernd wirkendes Arzneimittel festgestellt worden, für das keine Verschreibung vorlag. Deshalb galt es laut Staatsanwaltschaft abzuklären, ob es eine Verdachtslage in Richtung systematische Medikamentenabgabe, die nicht medizinisch indiziert war, gab. 2018 wurden weitere Exhumierungen durchgeführt. Bei der toxikologischen Untersuchung wurden keine verdächtigen Substanzen gefunden.
Das Obduktionsgutachten liege noch nicht vor, sagte Sprecher Bien am Donnerstag. Danach soll entschieden werden, ob es zu einer Anklage kommt oder nicht. Der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft muss vom Justizministerium geprüft werden.
Seit Oktober 2016 wird gegen fünf ehemalige Pflegekräfte des Heims im Bezirk St. Pölten-Land ermittelt. Die Erhebungen laufen hauptsächlich wegen des Verdachts des Quälens und Vernachlässigens von Pflegebefohlenen. Auch ein Sexualdelikt steht im Raum. Die ehemaligen Mitarbeiter des Heims bestreiten die Vorwürfe. „Meine Mandanten sind unschuldig“, betonte der Rechtsanwalt der Beschuldigten, Stefan Gloß, im „Kurier“-Onlinebericht.