Suche nach vermissten Bergsteigern am Nanga Parbat ausgesetzt

Islamabad/Rom/Edinburgh (APA/dpa) - Auf einem der höchsten Berge der Welt ist in Pakistan die Suche nach zwei vermissten europäischen Bergst...

Islamabad/Rom/Edinburgh (APA/dpa) - Auf einem der höchsten Berge der Welt ist in Pakistan die Suche nach zwei vermissten europäischen Bergsteigern ausgesetzt worden. Militärhubschrauber hätten nach mehr als zehn Tagen intensiver Suche am Nanga Parbat im Westhimalaya aufgehört, die beiden Bergsteiger aus Italien und Schottland zu suchen, sagte Karrar Haidri vom Alpine Club of Pakistan, einem Unternehmen, das Expeditionen organisiert.

Der Kontakt zu dem Italiener Danile Nardi und dem Schotten Tom Ballard sei am 24. Februar abgerissen, als die beiden versuchten, den 8.126 Meter hohen Nanga Parbat zu besteigen, sagte Haidri. Die beiden Bergsteiger seien auf ungefähr 6.000 Metern Höhe gewesen.

„Wir erwarten nicht, dass die beiden noch am Leben sind“, sagte der pakistanische Bergsteiger Nazir Sabir. Der Nanga Parbat werde als „Killer-Berg“ bezeichnet und Sabir habe den beiden davon abgeraten, den Aufstieg während des harten Himalaya-Winters zu versuchen. Er habe mit ihnen vor ihrem Aufbruch zu Abend gegessen.

Hunderte Bergsteiger, die meisten aus Europa, versuchen jedes Jahr im Sommer, ein halbes Dutzend Gipfel in Pakistan zu erklimmen. Nur wenige wagen im Winter Versuche. Steinschläge, böige Winde, Lawinen und schlechtes Wetter waren in der Vergangenheit die Todesursache für Bergsteiger.

Der Nanga Parbat gilt auch als „Schicksalsberg der Deutschen“, seitdem in den 1930er-Jahren mehrere Deutsche bei Versuchen der Erstbesteigung starben. 2013 erschossen pakistanische Extremisten zehn internationale Kletterer und ihren Führer. Der Bergtourismus in Pakistans Norden, wo es fünf der 14 mehr als 8.000 Meter hohen Gipfel der Welt zu besteigen gibt, erholt sich nur langsam.