Kirche erhält Welterbe-Garten in Tschechien nicht zurück
Kromeriz (Kremsier) (APA/dpa) - Der tschechische Staat muss den als UNESCO-Welterbe geschützten Blumengarten in Kromeriz (Kremsier) nicht an...
Kromeriz (Kremsier) (APA/dpa) - Der tschechische Staat muss den als UNESCO-Welterbe geschützten Blumengarten in Kromeriz (Kremsier) nicht an die katholische Kirche zurückgeben. Das entschied ein Gericht in der ostmährischen Stadt nach Angaben der Agentur CTK am Donnerstag. Als Grund gaben die Richter an, dass der Staat umfassend in die Anlage investiert habe.
Sie war für knapp neun Millionen Euro - auch mit EU-Mitteln - in den Originalzustand des 17. Jahrhunderts zurückversetzt worden. Mittelpunkt des barocken Gartens ist eine achteckige Rotunde. Das benachbarte, unter den Kommunisten 1949 verstaatlichte erzbischöfliche Schloss war vor zwei Jahren in den Besitz der Kirche zurückgekehrt.
Vertreter des zuständigen Bistums argumentierten nun, dass Blumengarten, Schloss und Schlossgarten seit 350 Jahren eine Einheit bildeten. Alle drei Objekte stehen seit 1998 gemeinsam auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes. Ein vor sechs Jahren in Tschechien in Kraft getretenes Gesetz sieht die Rückgabe des in der Zeit des Kommunismus (1948 bis 1989) verstaatlichten Kircheneigentums vor. Einige Zweifelsfälle beschäftigen seither die Gerichte.