Billiggeldflut der EZB schickt Euro auf Talfahrt - Bei 1,1220 Dollar

Frankfurt (APA/dpa) - Die geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Eurokurs am Donnerstag auf den tiefsten Stand ...

Frankfurt (APA/dpa) - Die geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Eurokurs am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit November geschickt. Gegen 18 kostete die Gemeinschaftswährung 1,1220 US-Dollar. Vor den Entscheidungen hatte der Kurs noch über der Marke von 1,13 Dollar notiert. Die EZB hatte den Referenzkurs am Nachmittag noch auf 1,1271 (Mittwoch: 1,1305) Dollar festgesetzt.

Die EZB hat mit einer erneuten Lockerung der Geldpolitik überrascht. Die Notenbank will den Leitzins nun bis mindestens Ende 2019 nicht anheben. Zudem kündigte sie neue Geldspritzen für die Banken an. EZB-Präsident Mario Draghi begründete die Entscheidung mit den deutlich gesenkten Konjunkturprognosen und einer tiefgreifenden Unsicherheit. Er verwies unter anderem auf den Handelsprotektionismus und die Abschwächung in China.

Die Reaktionen am Devisenmarkt waren so heftig, da viele Anleger noch nicht mit neuen Entscheidungen gerechnet hatten. „Der EZB-Rat hat einstimmig die Zinswende weit in die Zukunft verschoben - diese könnte gar bis zum nächsten Aufschwung auf sich warten lassen“, kommentierte Christian Lips, Chefvolkswirt bei der NordLB. Offensichtlich sei der richtige Zeitpunkt für die Zinswende verpasst worden, im aktuellen Umfeld sei eine Zinsanhebung in der Tat nicht angemessen. Niedrige Zinsen belasten tendenziell eine Währung, weshalb der Euro nachgab.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,8588 (0,8597) britische Pfund, 125,97 (126,40) japanische Yen und 1,1355 (1,1360) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag mit 1.286 Dollar gehandelt. Das war knapp ein Dollar weniger als am Vortag.

~ ISIN EU0009652759 ~ APA517 2019-03-07/18:00