Frankfurter Börse

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Neu aufgeflammte Sorgen um das Wirtschaftswachstum haben am Donnerstag das Bild am deutschen Aktienmarkt g...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Neu aufgeflammte Sorgen um das Wirtschaftswachstum haben am Donnerstag das Bild am deutschen Aktienmarkt getrübt. Der DAX gab nach skeptischeren Prognosen der Europäischen Zentralbank um 0,60 Prozent auf 11.517,80 Punkte nach. Die Bedenken der Anleger überlagerten dabei die Aussicht auf noch länger sprudelndes Billiggeld durch die Währungshüter.

Der DAX hatte den Ausbruch über die zuletzt umkämpfte Marke von 11.600 Punkte zwar erneut versucht. Doch dann entschieden sich die Investoren um. Am Markt setzte sich die Sorge durch, dass gesenkte Konjunkturerwartungen vor dem Hintergrund der globalen Handelsstreitigkeiten nichts Gutes für Aktien bedeuten.

Experten äußerten sich mit Blick auf das Versprechen der EZB, den Leitzins nun bis mindestens Ende 2019 nicht anheben zu wollen immer kritischer. „Auf den ersten Blick mag das alles positiv und kurssteigernd wirken, doch die Anleger sollten die Intention der EZB hinterfragen“, warnte etwa der Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Wie Altmann weiter betonte, haben die Währungshüter „offensichtlich erhebliche Bauchschmerzen, was die Entwicklung der Wirtschaft in der Eurozone angeht“. Zuvor hatte die EZB neben ihrem Billiggeld-Versprechen auch wesentlich schwächere Inflations- und Wirtschaftsprognosen abgegeben - unter anderem wegen der globalen Handelsstreitigkeiten.

Im Zuge der Aussagen von der EZB kam unter anderem der Bankensektor stark unter Druck. Titel der Deutschen Bank und der Commerzbank fielen jeweils um ungefähr 5 Prozent. Am Markt wurde dies damit begründet, dass auf Dauer niedrige Zinsen schlecht für das Alltagsgeschäft von Finanzinstituten sind.

Allgemein ging es für konjunkturempfindliche Industriewerte deutlich nach unten, wie Abschläge von bis zu 4,4 Prozent beim Chemiekonzern Covestro, dem Chipkonzern Infineon oder aber Thyssenkrupp zeigten. Auch Autowerte wurden verkauft, hier lasteten auch negative Signale von einem asiatischen Zulieferer auf der Stimmung. Daimler zum Beispiel büßten 3,4 Prozent ein.

Ansonsten war die Berichtssaison nochmals voll im Gange, unter anderem mit Vonovia. Die Titel des Immobilienkonzerns dominierten wegen solider Zahlen den DAX mit einem Anstieg um fast 4 Prozent. Weil die Branche einen besonders hohen Kapitalbedarf hat, half hier auch die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik.

Für die Papiere der Deutschen Post ging es nach einem bekräftigten Ausblick um 1,3 Prozent nach oben. Analysten zweifeln schon lange an dem 5-Milliarden-Ziel beim operativen Gewinn, Vorstandschef Frank Appel hält dieses 2020 aber auch bei einer Abschwächung der Konjunktur für erreichbar.

Die Aktien des Autozulieferers Continental dagegen sanken im schwachen Umfeld der Autobranche nach endgültigen Zahlen um 1,8 Prozent. Kaum verändert zeigten sich die Anteile von Merck nach gemischt aufgenommenen Zahlen des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA540 2019-03-07/18:30