Draghi überraschte Kollegen mit Umfang des Maßnahmenbündels - Insider
Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Chef Mario Draghi hat Insidern zufolge zunächst eine Reihe von Währungshütern mit dem Umfang der neuen geldpol...
Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Chef Mario Draghi hat Insidern zufolge zunächst eine Reihe von Währungshütern mit dem Umfang der neuen geldpolitischen Schritte überrascht. Die Euro-Wächter seien im Vorfeld zunächst nicht davon ausgegangen, auf der Ratssitzung auch den Zinsausblick anzupassen, sagten vier mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.
Mit Bekanntwerden der deutlich schwächeren Wachstumsprognosen für dieses Jahr habe Draghi dann aber ein umfangreicheres Maßnahmenbündel zusammengestellt. Die Europäische Zentralbank (EZB) lehnte eine Stellungnahme zu den Informationen ab.
Die EZB beschloss auf ihrer Zinssitzung am Donnerstag nicht nur wie erwartet neue Langfrist-Geldspritzen für Geschäftsbanken. Sie verschob zudem die Zinswende und will nun ihre Schlüsselsätze noch bis mindestens zum Jahresende nicht antasten. Bisher hatte sie dies lediglich bis über den Sommer hinweg in Aussicht gestellt. Der Grund sind die deutlich schwächeren Konjunktur-Prognosen der EZB-Volkswirte für dieses Jahr: Die Ökonomen erwarten 2019 jetzt nur noch einen Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,1 Prozent im Euroraum. Noch im Dezember wurden plus 1,7 Prozent prognostiziert.
Das geringere Wachstums sorge wieder für Produktionslücken, sagte einer der Insider. „Das ist beunruhigend, denn nur ein geringer Teil dieser Abschwächung ist temporär.“ Einer weiteren Person zufolge wurde es erst am Montag klar, dass sich die Notenbank für umfangreichere Maßnahmen aussprechen werde. Die eingetrübten Konjunkturaussichten und ein Rückgang des Kreditvergabewachstum hätten zudem zu den Gründen gezählt, warum sich die EZB mit ihren Schritten auch nicht mehr Zeit lassen wollte. „Es gab große Übereinstimmung darüber, dass es richtig war, jetzt zu handeln, denn bis April zu warten hätte nicht viel Sinn ergeben,“ sagte einer der Insider.
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