Italiens Premier bezweifelt Nutzen von Bahntrasse Turin-Lyon
Rom (APA) - Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat am Donnerstag Zweifel über den wirtschaftlichen Nutzen des milliardenschweren Infrast...
Rom (APA) - Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat am Donnerstag Zweifel über den wirtschaftlichen Nutzen des milliardenschweren Infrastrukturprojekts TAV, der Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin-Lyon (TAV), geäußert, über die Italiens Regierungsparteien Lega und Fünf Sterne-Bewegung seit Monaten streiten. „Ich bin nicht sicher, dass Italien die TAV braucht“, so der Premier bei einer Pressekonferenz.
Dabei betonte der parteiunabhängiger Premier, dass er keineswegs gegenüber dem Projekt voreingenommen sei. Ihm gehe es ausschließlich um den Schutz der Interessen der Bürger. Außerdem kritisierte er eine ungerechte Verteilung der Kosten des Projekts zwischen Frankreich und Italien: „Die TAV soll zum Großteil von Italien finanziert werden und nur in geringerem Ausmaß von Frankreich und der EU“. Die Bahntrasse Turin-Lyon ist ein wesentlicher Teil des EU-Korridors Lissabon-Kiew.
Die italienische Regierung will sich jetzt noch Zeit nehmen, um das Thema politisch zu vertiefen. Conte schloss jedoch aus, dass sein Kabinett stürzen könnte. Beiden Regierungskräfte hätten einstarkes Verantwortungsbewusstsein.
Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung will den Bau der Hochgeschwindigkeitsverbindung wie im Wahlkampf versprochen stoppen, ihr Koalitionspartner, die rechte Lega, will ihn dagegen durchsetzen. Teil des Projekts ist ein 58 Kilometer langer Tunnel durch die Alpen. Die Kosten für die Verbindung werden auf 8,6 Mrd. Euro geschätzt.