Geldwäschevorwürfe gegen Banken - Auch Deutsche genannt
Wien/Frankfurt (APA/AFP) - Die Namen zahlreicher europäischer Banken werden Medienberichten zufolge im Zusammenhang mit einem Geldwäsche-Net...
Wien/Frankfurt (APA/AFP) - Die Namen zahlreicher europäischer Banken werden Medienberichten zufolge im Zusammenhang mit einem Geldwäsche-Netzwerk genannt, das die russische Bank Troika Dialog aufgebaut haben soll. Wie das Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) in einer Reihe von Artikeln berichtete, sollen Gelder auch über die Commerzbank und die Deutsche Bank geflossen sein.
Es geht um Steuerflucht und Geldwäsche in Milliardenhöhe. Viele der europäischen Banken, die genannt wurden, versicherten, ihren Verpflichtungen im Kampf gegen die Geldwäsche nachgekommen zu sein. Sie hoben aber zugleich hervor, dass sie die Vorwürfe sehr ernst nähmen, in Österreich erklärte dies die Raiffeisen Bank International (RBI).
Zwischen 2006 und 2013 sollen durch das Netzwerk demnach fast 5 Mrd. Dollar (4,4 Mrd. Euro) aus Russland herausgebracht worden sein. Ein Teil der Summe stammt laut OCCRP aus kriminellen Geschäften. Kunden von Troika Dialog sei es durch ein komplexes Netz von 75 Tochterunternehmen ermöglicht worden, von ihrem gewaschenen Geld ganz legal Jachten oder Schmuck zu kaufen. Dem Bericht zufolge handelte es sich bei den Kunden oft um Angehörige der russischen Oberschicht.
Bei seinen Recherchen hatte das Journalistenteam mit dem Investigativportal 15min.lt aus Litauen und mit einem Netz von 21 Medienunternehmen zusammengearbeitet, in Österreich berichteten „Addendum“ und „profil“. Das ehemalige litauische Geldinstitut Ukio soll eine Schlüsselrolle in dem Netzwerk gespielt haben.
Das Netzwerk benötigte den Recherchen zufolge Konten im Euro-Raum. Genannt werden in den Berichten neben Skandinaviern und Deutschen unter anderem die österreichische Raiffeisen Bank International (ehemals RZB), die finnische Nordea, die französische Crédit Agricole sowie ING und ABN RO aus den Niederlanden. Bei einigen von ihnen wirkte sich die Veröffentlichung der OCCRP-Recherchen auf den Börsenkurs aus: So verloren Nordea-Aktien am Montag vier Prozent, Raiffeisen-Papiere wurden am Dienstag sogar zwölf Prozent schwächer gehandelt.
Der einflussreiche Geschäftsmann Ruben Wardanjan, der Troika Dialog - einst die größte private Investmentbank in Russland - bis zum Jahr 2012 geleitet hatte, ließ eine Pressemitteilung zu den Vorwürfen veröffentlichen. Darin heißt es, die Bank habe „im Laufe ihrer gesamten Geschichte stets völlig nach den Transparenzprinzipien und internationalen Standards des finanziellen Rechnungswesens“ gehandelt.
Im Jahr 2012 ging Troika Dialog in der russischen Sberbank auf.