Südkoreas Präsident ernennt neuen Minister für Beziehungen zum Norden
Seoul (APA/dpa) - Südkoreas linksliberaler Präsident Moon Jae-in hat im Rahmen seiner bisher größten Kabinettsumbildung einen neuen Minister...
Seoul (APA/dpa) - Südkoreas linksliberaler Präsident Moon Jae-in hat im Rahmen seiner bisher größten Kabinettsumbildung einen neuen Minister für die Beziehungen zu Nordkorea nominiert. Neuer Vereinigungsminister soll der bisherige Leiter des staatlichen Instituts für Nationale Vereinigung, Kim Yeon-chul, werden, der als Befürworter einer aktiven Annäherung an das weithin isolierte Nachbarland gilt.
Kim sei die richtige Person, um „die Pläne für eine neue Ordnung auf der koreanischen Halbinsel aktiv umzusetzen“, teilte ein Sprecher Moons am Freitag mit.
Kim, der sich noch einer Befragung durch das Parlament unterziehen muss, soll den bisherigen Ressortleiter Cho Myoung-gyon ersetzen. Die Entlassung Chos erfolgt zu einer Zeit, da Südkorea mit den USA über die Folgen des gescheiterten Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un in Hanoi diskutiert. Die Regierung in Seoul hatte sich angeboten, im Zuge ihrer eigenen Annäherung an Pjöngjang auch als Vermittler zwischen den USA und Nordkorea aufzutreten.
Trumps zweites direktes Treffen mit Kim war vor etwas mehr als einer Woche ohne Abschlusserklärung zu Ende gegangen. Beide Seiten waren sich in der zentralen Frage uneins, wie Nordkorea sein Atomwaffen- und Raketenarsenal abrüsten soll und welche Gegenleistungen es dafür geben soll. Das abrupte Ende des Gipfels war ein Rückschlag für die Bemühungen um die atomare Abrüstung Nordkoreas.
Moon ernannte insgesamt sieben neue Minister. Außer einem neuen Vereinigungsminister besetzte er die Ministerposten für Inneres und Sicherheit, Land und Transport, Kultur und Sport, für Ozeane und Fischerei, Wissenschaft und Technologie sowie für kleine und mittelgroße Unternehmen neu. Moon ist seit Mai 2017 Präsident.