Börse Frankfurt im Frühhandel mit Verlusten

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Schwache Wirtschaftsdaten aus China und Deutschland haben die Konjunkturängste der Finanzmarktakteure am F...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Schwache Wirtschaftsdaten aus China und Deutschland haben die Konjunkturängste der Finanzmarktakteure am Freitag weiter verstärkt. Der DAX knüpfte an seine Vortagesverluste an und rutschte im frühen Handel um 0,59 Prozent auf 11.450,41 Punkte ab. Der MDAX, der Index der mittelgroßen Werte, gab um 0,67 Prozent auf 24.275,63 Zähler nach.

Zuvor waren bereits in Asien die Aktienmärkte deutlich unter Druck geraten. In China waren angesichts des Handelskrieges mit den USA die Exporte aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Februar um mehr als ein Fünftel gefallen. Zudem verzeichnete die deutsche Industrie im Jänner einen überraschend starken Dämpfer beim Auftragseingang.

Dies sei zusätzliches Öl ins Feuer der Konjunktursorgen, erläuterte Marktexperte Milan Cutkovic von Axitrader. Am Donnerstag hatte bereits die Europäische Zentralbank (EZB) die Kurse an den Börsen nach unten geschickt, weil sie ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone senkte.

Mit den aktuellen Verlusten entfernt sich der DAX weiter von der Marke bei 11.600 Punkten, um die er sich dem vergangenen Freitag geschlängelt hatte. Auf Wochensicht steuert der deutsche Leitindex aktuell auf ein Minus von knapp eineinhalb Prozent zu - es wäre der erste seit gut einem Monat.

Die Blicke richten sich nun auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht in den USA am frühen Nachmittag mitteleuropäischer Zeit. Auch dieser wird auf Anzeichen einer möglichen Konjunkturschwäche abgeklopft werden.

Auf Unternehmensseite lasteten die China-Ängste einmal mehr auf den Autobauern und ihrer Zulieferer. Am DAX-Ende landeten die Aktien des Reifenherstellers Continental mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent. BMW, Volkswagen und Daimler verloren jeweils mehr als eineinhalb Prozent.

Chinas Automarkt war lange der Wachstumsmotor der Branche. Nach mehr als zwei Jahrzehnten des Aufschwungs gingen die Verkäufe dort zuletzt aber zurück. Hinzu kamen Nachrichten aus der Branche: Der BMW-Absatz war im Februar wegen des Modellwechsels in der 3er-Reihe eingeknickt. Zudem plant VW laut „Handelsblatt“ ein neues milliardenschweres Sparprogramm.

Vonovia-Aktien schafften es an die DAX-Spitze und markierten ein neuerliches Rekordhoch. Immobilienkonzerne profitieren vom niedrigen Zinsniveau der EZB.

Deutsche Bank und Commerzbank standen wegen eines neuerlichen Berichts über ein mögliches Zusammengehen im Blick. Seit Monaten wird darüber spekuliert. Während die Aktien der kleineren Coba mit einem Aufschlag von zeitweise mehr als einem Prozent profitierten, ging es für die Papiere der Deutschen Bank um fast ein Prozent abwärts.

Die Aktien des Hypothekenfinanzierers Aareal Bank verloren unterdessen mehr als dreieinhalb Prozent. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge wurde die Kapitalquote des Instituts in einer Überprüfung der internen Risikomodelle von 65 Instituten durch die Europäische Zentralbank am stärksten getroffen. Die Auswirkungen sind aber schon in der Jahresbilanz der Aareal Bank für 2018 berücksichtigt.

Eine Verkaufsempfehlung von Mainfirst setzte die Papiere des Autozulieferers Schaeffler unter Druck. Mit mehr als drei Prozent Abschlag knüpften sie an ihre jüngste Verlustserie an, nachdem der Kurs jüngst nach einem trüben Ausblick Geschäftsausblick des Unternehmens eingebrochen war.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA158 2019-03-08/10:21