Internationale Pressestimmen zum Weltfrauentag
Prag/Stockholm (APA) - Internationale Zeitungen kommentieren den Weltfrauentag in ihren Freitagsausgaben....
Prag/Stockholm (APA) - Internationale Zeitungen kommentieren den Weltfrauentag in ihren Freitagsausgaben.
„Hospodarske noviny“ (Prag):
„Der Internationale Frauentag wird seit mehr als 100 Jahren gefeiert. An seinem Anfang standen Demonstrationen - und es waren keine Demonstrationen für einen schönen Blumenstrauß, sondern Demonstrationen für Gleichberechtigung. Seither ist eigentlich genug Zeit vergangen, um die elementaren Forderungen der tapferen Frauen von damals zu erfüllen. Zwar können Frauen heute die gleichen Berufe ausüben wie Männer, doch auf der ganzen Welt bekommen sie für die gleiche Arbeit weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. (...) Am stärksten von Armut bedroht sind alleinerziehende Mütter. Sie gehen arbeiten, kümmern sich um die Kinder und leben oft in großer Not - wie vor hundert Jahren. Wie ist das überhaupt möglich?“
„L‘Alsace“ (Mülhausen, Alsace):
„Obwohl der Internationale Frauentag unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen steht, ist er eine Albernheit. Die muss allerdings Bestand haben. Weil der Tag einen symbolischen Wert hat und das Bewusstsein schärft. Es ist wenig und viel zur gleichen Zeit, vor allem in Ländern, in denen die Freiheit der Frauen verletzt wird. Das ist fast überall auf der Welt. Die Sorge um die Gleichstellung von Männern und Frauen an einem einzigen Tag des Jahres ist natürlich Unsinn. Es ist ein täglicher Kampf, der das ganze Jahr über geführt werden muss, damit Frauen die gleichen Rechte haben wie Männer. (...) Dass mindestens einmal im Jahr ein solcher Tag auf globaler Ebene stattfindet - das ist nicht genug. Aber immerhin besser als nichts.“
„Dagens Nyheter“ (Stockholm):
„Es sei böses Blut, das auslaufe: So erzählen es die alten Frauen auf dem Land in Indien den jungen, wenn diese sich über ihre monatlichen Blutungen wundern. Indien ist ein Land, das oft wegen seiner besonders problematischen Haltung zur Menstruation hervorgehoben wird. Diese Feindlichkeit, die im Grunde von Feindlichkeit gegen Frauen handelt, gibt es aber überall auf der Welt. Selbst in Ländern, in denen Frauen und Männer offiziell gleichgestellt sind, wird mit dem Weiblichsten des Weiblichen hinter dem Berg gehalten. Ist es wirklich notwendig, einen ganzen Leitartikel über das hier zu schreiben? Ist der Kampf der Frauen nicht zu weit gegangen? Am Internationalen Frauentag 2019 ist die Antwort weiter nein.“
„El Pais“ (Madrid):
„Die politische Instrumentalisierung des sozialen Unbehagens, die von den neuen starken Männern in Polen, Ungarn, Brasilien oder den Vereinigten Staaten vorangetrieben wird, hat zum Wiederaufleben von abgegriffenen Reden über familiäre Werte geführt. In diesen werden unfolgsame, zornige und unzufriedene Frauen wieder (...) zur Hauptzielscheibe des Zorns. Während radikale Kräfte in aller Welt immer stärker werden, so auch in unserem Land, erleben wir aber auch das klare Ja der Iren zur Legalisierung der Abtreibung, etwas, das der Senat in Argentinien weiter verbieten will.“