Zahl der Toten nach Granatenbeschuss in Kabul auf elf gestiegen

Kabul (APA/dpa) - Einen Tag nach einem Angriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul auf eine Gedenkfeier mit hochrangigen Politikern ist die...

Kabul (APA/dpa) - Einen Tag nach einem Angriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul auf eine Gedenkfeier mit hochrangigen Politikern ist die Anzahl der Toten auf mindestens elf gestiegen. Die Zahl der Verletzten habe 95 erreicht, sagte ein Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, am Freitag.

Während der Gedenkveranstaltung für einen ehemaligen prominenten Anführer der schiitischen Hasara-Minderheit im Westen Kabuls waren am Donnerstag mehrere Mörsergranaten abgefeuert worden. Die afghanischen Behörden hatten am Donnerstag drei Tote und 22 Verletzte bestätigt.

Die sunnitische Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) reklamierte am Donnerstag den Angriff über ihr Sprachrohr Amaq für sich. Aus dem afghanischen Innenministerium hieß es allerdings am Freitag ohne Begründung, die radikalislamischen Taliban stünden hinter dem Beschuss.

Im Vorjahr wurden in Kabul bei mehr als 20 großen Anschlägen und Angriffen mehr als 550 Menschen getötet. Mehr als 1000 wurden verletzt. Den Großteil der Anschläge reklamierte die IS-Terrormiliz für sich.

Anders als in vielen muslimischen Ländern gibt es in Afghanistan keine Geschichte blutiger Fehden zwischen Sunniten und Schiiten. Aber seit dem Eingreifen der sunnitischen IS-Terrormiliz 2015 sind Schiiten zunehmend Ziel brutaler Angriffe.