Wiener Börse (Mittag) - ATX auf Monats-Tief

Wien (APA) - Die Wiener Börse ist heute, Freitag, zu Mittag weiter ins Minus getrudelt. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.942,74 Punkten erre...

Wien (APA) - Die Wiener Börse ist heute, Freitag, zu Mittag weiter ins Minus getrudelt. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.942,74 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 31,77 Punkten bzw. 1,07 Prozent. Damit tendiert der heimische Leitindex so tief wie seit Ende Jänner nicht mehr. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,69 Prozent, FTSE-100/London -0,92 Prozent und CAC-40/Paris -0,49 Prozent.

Schon am Vortag hatten Konjunktursorgen für Verkaufsdruck gesorgt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstag angesichts der Konjunktureintrübung die Neuauflage von günstigen Langfristdarlehen für Banken beschlossen.

Die EZB braucht aus Sicht von Österreichs Notenbank-Chef Ewald Nowotny einige Zeit, um die geplanten neuen großen Geldsalven aufzulegen. „Um das zu einem erfolgreichen Programm zu machen, muss es gut vorbereitet werden“, sagte das EZB-Ratsmitglied am Freitag auf einer Veranstaltung in Prag. „Daher glaube ich, dass der Zeitpunkt der richtige ist.“

Das heutige Zahlenwerk dürfte weiter Öl ins Feuer gießen. So brachen die Ausfuhren Chinas im Februar so stark ein wie seit drei Jahren nicht mehr und nähren die Sorge vor einem Schwächeanfall des Wirtschaftsriesen. Daneben sanken die Bestellungen bei Deutschlands Maschinenbauer im Jänner deutlich.

Allerdings sorgten der anhaltende Immobilienboom und der Ausbau der Verkehrsnetze für gute Geschäfte in der deutschen Bauindustrie. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz im Bauhauptgewerbe um 8,0 Prozent.

Mehr Aufmerksamkeit gilt dem US-Arbeitsmarktbericht. Ein neuerliches Plus der Jahresrate würde die Knappheitssituation am Arbeitsmarkt untermauern und darauf hinweisen, dass die Fed den Zinszyklus noch nicht beendet hat, schreibt Ralf Umlauf von der Helaba-Bank in seiner jüngsten Einschätzung.

Bei den Einzelwerten sackten die Aktien der Stahlschmiede voestalpine um 3,8 Prozent ab. Die Metallpreise stehen spürbar unter Druck, nachdem China überraschend schwache Handelsdaten berichtet hat, schreibt der Rohstoff-Experte der Helaba Eugen Weinberg.

Hingegen drehten die Titel von KapschTrafficCom mit plus 0,6 Prozent in die Gewinnzone. Zuvor tendierten sie im Minus. Die tschechische Polizei verdächtigt den Generaldirektor von Kapsch TrafficCom in Tschechien, Karel Feix, und den Leiter der tschechischen Wettbewerbsbehörde UOHS, Petr Rafaj, der Korruption.

Auf der Gewinnseite standen die Aktien von Verbund. Die Papiere stiegen mit plus 1,2 Prozent an die ATX-Spitze. Zum Ausbau von erneuerbaren Energien erhalten Landesversorger und Verbund Unterstützung vom Energieministerium. Bei den Investitionen geht es um zweistellige Milliardensummen.

Außerdem bestätigte die RCB ihr Kaufvotum und ihr Kursziel bei 51 Euro für die Andritz-Aktien. Die operativen Ergebnisse 2018 fielen entsprechend der RCB-Erwartungen aus. Allerdings sorgen sich die RCB-Analysten um das Automobil-Geschäft. Die Papiere des Anlagebauers bauten ihre Vortagesverluste um 3,2 Prozent bei 40,64 Euro aus.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Sitzungsbeginn bei 2.974,83 Punkten, das Tagestief lag gegen Mittag bei 2.942,67 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,97 Prozent tiefer bei 1.488,04 Punkten. Im prime market zeigten sich 15 Titel mit höheren Kursen, 21 mit tieferen und einer unverändert.

Bis dato wurden im prime market 1.536.497 (Vortag: 1.216.055) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 38,59 (27,07) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 203.731 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 6,39 Mio. Euro entspricht.

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