Delta-Holding-Chef Miskovic zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt
Belgrad (APA) - Einer der reichsten Serben, Delta-Holding-Chef Miroslav Miskovic, wurde am Freitag bei der Wiederholung eines Gerichtsprozes...
Belgrad (APA) - Einer der reichsten Serben, Delta-Holding-Chef Miroslav Miskovic, wurde am Freitag bei der Wiederholung eines Gerichtsprozesses wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu zweieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von 8 Millionen Dinar (rund 68.000 Euro) verurteilt.
Sein Sohn Marko, welcher die Steuerhinterziehung in Höhe von 320,3 Mio. Dinar begangen haben soll, kam mit einem Jahr Hausarrest und 8 Mio. Dinar Geldstrafe davon, meldeten Belgrader Medien.
Miskovic war im Juni 2016 auf Basis derselben Anklage bereits einmal zu fünf Jahren Haft und einer Geldstrafe in Höhe von rund 65.000 Euro verurteilt worden. Das Berufungsgericht hatte daraufhin das Urteil aufgehoben und einen neuen Prozess angeordnet.
Der Aufstieg von Miskovic zu einem der einflussreichsten Geschäftsleute Serbiens begann in den 1990er-Jahren unter dem Regime von Slobodan Milosevic, dessen Vizeministerpräsident er eine Zeit lang war. Sein Ende 2000 auf umgerechnet 50 Mio. Euro geschätztes Vermögen soll fünf Jahre später auf 1,3 Milliarden Euro angestiegen sein.
Miskovic war im Dezember 2012 festgenommen worden. Nach acht Monaten in Haft wurde er gegen eine Kaution in der Höhe von zwölf Mio. Euro auf freien Fuß gesetzt. Bis zu seiner Festnahme hatte Miskovic enormen politischen Einfluss, der laut früheren Medienberichten auch bei einigen umstrittenen Privatisierungen zum Ausdruck gekommen sein dürfte.