Industriedaten aus Südeuropa geben neue Konjunkturhoffnung
Brüssel (APA/dpa-AFX) - Inmitten einer zuletzt eher trüben Konjunkturlage geben neue Industriedaten aus drei großen Euroländern etwas Hoffnu...
Brüssel (APA/dpa-AFX) - Inmitten einer zuletzt eher trüben Konjunkturlage geben neue Industriedaten aus drei großen Euroländern etwas Hoffnung. In Frankreich, Italien und Spanien haben die Industrieunternehmen ihre Herstellung zu Jahresbeginn jeweils deutlich ausgeweitet. Besonders hervor sticht die spanische Industrie, die den stärksten Monatszuwachs seit fast 18 Jahren verbuchte.
Für Ernüchterung sorgten dagegen Auftragsdaten aus der deutschen Industrie.
Die spanischen Industrieunternehmen weiteten ihre Gesamtherstellung im Jänner stark aus. Nach Daten der Statistikbehörde INE vom Freitag lag die Produktion 3,4 Prozent höher als im Vormonat. Das ist der stärkste Anstieg seit August 2001. Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Zuwachs gerechnet. Im Jahresvergleich stieg die Gesamtproduktion zu Jahresbeginn um 2,4 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet.
Die französische Industrie erhöhte ihre Produktion im Jänner ebenfalls deutlich. Nach Angaben des Statistikamts Insee lag die Herstellung um 1,3 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Das ist der deutlichste Anstieg seit knapp einem Jahr. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Gesamtproduktion um 1,7 Prozent.
Selbst die italienische Industrie, die sich in den vergangenen Monaten schwach entwickelte, steigerte ihren Ausstoß deutlich. Das Statistikamt Istat meldete einen Produktionszuwachs von 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das ist der stärkste Zuwachs seit vergangenen August. Im Jahresvergleich fiel die Herstellung zwar um 0,8 Prozent. Der Rückgang war aber wesentlich schwächer als die Markterwartung von minus 3,0 Prozent.
Auffällig ist, dass in allen drei Ländern die Warenherstellung des verarbeitenden Gewerbes - in etwa vergleichbar mit der deutschen Industrieproduktion - jeweils deutlich zulegte. Die Gesamtproduktion wurde also nicht durch eine besonders hohe Aktivität etwa am Bau oder bei den Versorgern überzeichnet. In Spanien stieg die Produktion von Kapitalgütern besonders deutlich. Diese Güterart gilt als besonders relevant für das Wirtschaftswachstum, weil sie im Gegensatz etwa zu Konsumgütern die Grundlage für die künftige Produktion darstellt.
Aus Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone, kamen dagegen ernüchternde Daten. Die Industrieunternehmen mussten im Jänner einen deutlichen Auftragsrückgang hinnehmen. Allerdings fiel das Ergebnis für Dezember nach neuen Daten etwas günstiger aus. Neue Produktionsdaten aus Deutschland werden am Montag erwartet.