Feinstaub: Steiermark hielt 2018 erlaubte Überschreitungstage ein
Graz (APA) - Etwas mehr durchatmen sei angesagt: Das Land Steiermark hat am Freitag die Zahlen zur Feinstaub-Belastung in Graz für das Jahr ...
Graz (APA) - Etwas mehr durchatmen sei angesagt: Das Land Steiermark hat am Freitag die Zahlen zur Feinstaub-Belastung in Graz für das Jahr 2018 präsentiert und dabei die Aktion „Meine Luft - reine Luft“ als Erfolg bezeichnet. „Es konnten trotz eines schlechten Starts die erlaubten Überschreitungstage eingehalten werden“, sagte Umwelt- und Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ).
Knapp wurde es bei der „Horror-Station“ in Graz-Don Bosco, meinte Gerhard Semmelrock, Leiter der zuständigen Landesabteilung. Dort wurden 2018 zwar 39 Überschreitungstage gezählt, allerdings ist seitens der EU vorgesehen, dass sowohl Streusalzausbringung als auch Sahara-Staub herausgerechnet werden dürfen. Dadurch werde man jedenfalls unter die 35 von der EU maximal erlaubten Überschreitungstage kommen. Nach Ende der Berechnungen seien es voraussichtlich nur noch 30 bis 31 Überschreitungstage. Bei allen anderen Messstationen liegen die Werte ohnehin unter jenen von Don Bosco.
Für Landesrat Lang rühre der Erfolg der eingehaltenen Überschreitungstage aus der „konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung des Luftreinhalteprogramms“. 60 Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren dafür ausgegeben. So wurden etwa seit 2008 mehr als 10.000 Fernwärme-Neuanschlüsse von Land und Stadt Graz gefördert. Dadurch könnten pro Jahr rund 39 Tonnen Feinstaub eingespart werden. Der Umstieg auf umweltschonende Heizsysteme werde weiterhin gefördert: Das Land steuert 5.000 Euro bei und seit 1. März gibt es auch vom Bund zusätzlich 5.000 Euro, schilderte Lang.
Die Aktion „Meine Luft - reine Luft“ fand bereits um vierten Mal statt und beinhaltete in der abgelaufenen Wintersaison drei Angebote: An jedem Freitag wurde die Stundenkarte automatisch zur Tageskarte, in der Adventzeit wurde die Stundenkarte steiermarkweit zur „Tageskarte Plus“ und zusätzlich wurde ein Gewinnspiel veranstaltet. Vorläufige Auswertungen des Verkehrsverbundes hätten gezeigt, dass an den Aktionstagen vier Prozent zusätzliche Fahrten verzeichnet wurden. Das entspreche rund 11.000 zusätzlich beförderte Personen, sagte Semmelrock.
Der Abteilungsleiter erklärte, dass sich die Überschreitungstage sowie die EU-Grenzwerte auf die Feinstaubgröße PM10 bezieht und da sei der „Trend eindeutig rückläufig“. Bei PM2,5 - der noch kleinere und damit auch gefährlichere Staub - habe man „jetzt schon keine Probleme“ mehr, versicherte Semmelrock.
Problematisch sei aber noch Stickstoffdioxid (NO2). Da sei der Verursacher eindeutig der Motor, allerdings sei die Belastung nur direkt an Straßen. Rund 50 Meter von den Straßen entfernt, sei der Wert bereits nur noch halb so hoch. Doch „verkehrsnah kann der Wert kaum eingehalten werden“, sagte der Experte. Besonders bei Anfahr-Bereichen seien die Belastungen hoch. Erst mit der neuen Dieselklasse EURO 6, zweite Generation, würden auch die NO2-Werte deutlich besser.