Frauentag - Zahlreiche Appelle österreichischer Politikerinnen
Wien (APA) - Anlässlich des Internationalen Frauentags haben sich am Freitag zahlreiche österreichische Politikerinnen in Aussendungen zu Wo...
Wien (APA) - Anlässlich des Internationalen Frauentags haben sich am Freitag zahlreiche österreichische Politikerinnen in Aussendungen zu Wort gemeldet. Sie machten auf bestehende Ungleichheiten aufmerksam, wandten sich gegen Gewalt an Frauen und forderten Maßnahmen zur Schließung der Einkommensschere.
Außen-und Integrationsministerin Karin Kneissl (FPÖ) nannte den Kampf gegen Gewalt an Frauen als oberste Priorität. „Durch die Zuwanderung aus patriarchalisch geprägten Gesellschaften und die Flüchtlingsbewegungen der vergangenen Jahre, hat sich auch in Österreich ein Weltbild ausgebreitet, in dem Frauen nicht als gleichberechtigt akzeptiert und der Gewalt der Boden bereitet wird“, so Kneissl. Sie verwies unter anderem auf Förderungen des Ministeriums für Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung.
SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner forderte in einer Aussendung die rasche Umsetzung eines Lohntransparenzgesetzes, die gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten bei Lohnvorrückungen, einen Rechtsanspruch auf einen Papamonat sowie die Aufstockung der Geldmittel für Fraueneinrichtungen und Gewaltschutz. „Wir können nicht hundert Jahre warten bis sich die Einkommensschere schließt. Wir müssen jetzt handeln!“, betonte sie.
Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec bekräftigte anlässlich des Frauentags ihre Forderung nach einem automatischen Pensionssplitting mit Opt-Out-Möglichkeit, um Frauen vor Altersarmut zu schützen. Eine entsprechende Regelung könnte man „in dieser Regierungsperiode durchbringen“, meinte sie.
Die Junge ÖVP (JVP) wies auf die Vorbildwirkung der Politik in Sachen Gleichberechtigung hin. „Die Politik muss als Vorbild in Fragen der Gleichberechtigung vorangehen und aufzeigen, welche Chancen junge Frauen in Österreich haben und sie auch animieren, diese zu nutzen“, sagte Generalsekretärin Laura Sachslehner laut einer Aussendung. Die Junge ÖVP gehe hier mit gutem Beispiel voran, denn fünf der derzeit sieben Abgeordneten im Parlament, die der JVP angehören, seien weiblich.
Auch das Frauenkomitee der Bundesjugendvertretung (BJV) machte auf die bestehenden Geschlechterungleichheiten aufmerksam. „Die Schere zwischen Mann und Frau klafft in Österreich in vielen Lebensbereichen weit auseinander - vor allem im Bereich Arbeit. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss endlich Realität werden!“, forderte die Sprecherin des Frauenkomitees Julia Rainer.
Vor einem „frauenpolitischen Backlash“ warnten die Vorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ (JG), Claudia O‘Brien, und JG-Frauensprecherin Patricia Katsulis. „Schwarz-Blau betreibt eine Politik, die uns Frauen wieder hinter dem Herd sieht“, hieß es in einer Aussendung. Es sei „unerträglich, wie wenig Stellenwert Frauenpolitik in dieser Bundesregierung hat“, kritisierten sie.