Kroatentreffen in Bleiburg - Kroatische Bischöfe attackieren Diözese

Zagreb/Klagenfurt (APA) - Wegen des verweigerten Sanktus für die umstrittene Kroatenfeier am Loibacher Feld bei Bleiburg hat die kroatische ...

Zagreb/Klagenfurt (APA) - Wegen des verweigerten Sanktus für die umstrittene Kroatenfeier am Loibacher Feld bei Bleiburg hat die kroatische Bischofskonferenz scharfe Kritik an der Diözese Gurk-Klagenfurt geübt. In einer Mitteilung warfen die Bischöfe der katholischen Kirche in Kärnten „Respektlosigkeit gegenüber den Opfern“ vor, weil sie die Feier der Heiligen Messe bei dem Kroatentreffen im Mai verweigert hat.

Diözesanadministrator Engelbert Guggenberger hatte das Nein damit begründet, dass die Veranstaltung „politisch instrumentalisiert“ werde und dem Ansehen der katholischen Kirche schade. Im Falle einer Erlaubnis der Liturgiefeier könne man der Kärntner Kirche zur Recht unterstellen, „sie würde die Instrumentalisierung eines Gottesdienstes zu politischen Manifestationen dulden und die entsprechende Distanz zu faschistischem Gedankengut vermissen lassen“. Guggenberger wies auch darauf hin, dass die vor der Feier im Vorjahr von der Diözese gemachten Auflagen „zum überwiegenden Teil“ nicht eingehalten worden seien.

Die katholische Bischofskonferenz bedauerte in einer Stellungnahme die Entscheidung Guggenbergers. Den von ihm angeführten Gründen widerspreche man entschieden und weise sie „zur Gänze zurück“. „Das Gebet für die Opfer dieser großen Tragödie des kroatischen Volkes unmöglich zu machen ist eine Respektlosigkeit gegenüber den Opfern und mangelndes Feingefühl für das Leiden der Unschuldigen“, kritisierten die kroatischen Bischöfe.

Der kroatische Parlamentspräsident Gordan Jandrokovic kündigte indes Gespräche mit den Organisatoren der Gedenkfeier an. Diese findet nämlich unter dem Ehrenschutz des kroatischen Parlaments statt, und unter Beteiligung hochrangiger Politiker aus Zagreb. Außenministerin Marija Pejcinovic Buric lehnte einen Kommentar zur Entscheidung der Diözese Gurk-Klagenfurt ab, betonte aber, dass eine Heilige Messe die „angemessenste“ Form sei, der Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken.

Die Gedenkfeier gilt seit Jahren als Treffpunkt von Ewiggestrigen, die in der Erinnerung an den faschistischen Vasallenstaat Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg schwelgen. Auch im Vorjahr gab es sieben Festnahmen und neun Anzeigen nach dem Verbotsgesetz. Sechs Teilnehmer wurden vor Gericht gestellt, fünf davon verurteilt. Dabei waren im Vorfeld der Feier politische Fahnen und Transparente ebenso untersagt worden wie einschlägige Abzeichen oder Uniformen.

Offizieller Gegenstand der Feier ist die Ermordung Tausender Ustascha-Soldaten nach der Kapitulation der Nationalsozialisten 1945. Rund 40.000 geflüchtete Soldaten, die aufseiten Deutschlands gekämpft hatten, wurden in Bleiburg mit ihren Familienangehörigen von der britischen Besatzungsmacht an die kommunistischen Einheiten Titos ausgeliefert. Tausende verloren an Ort und Stelle und auf dem Rückmarsch nach Jugoslawien gewaltsam ihr Leben.