Börse London schließt mit Abschlägen, GVC mit schweren Verlusten

London (APA) - Der Londoner Aktienmarkt ging am Freitag mit Verlusten aus dem Handel. Genau wie am europäischen Festland hatten schwache Kon...

London (APA) - Der Londoner Aktienmarkt ging am Freitag mit Verlusten aus dem Handel. Genau wie am europäischen Festland hatten schwache Konjunkturdaten aus China die Börsenstimmung gedämpft. Ein schwacher Börsenstart in den USA zerstörte anschließend alle Chancen auf eine Erholungsrally.

Der FTSE-100 Index ging schließlich um 53,24 Einheiten oder 0,74 Prozent tiefer bei 7.104,31 Punkten aus dem Handel.

Chinesische Zollbehörden hatten bereits vor Handelsbeginn frische Daten zum Februar veröffentlicht. Gegenüber dem Vormonat sind die auf Dollar lautenden Exporte um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Experten hatten mit einem Minus von 4,8 Prozent gerechnet, nach einem unerwarteten Plus von 9,1 Prozent im Jänner.

Ebenfalls im Rampenlicht stand der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Wenige Tage vor dem entscheidenden Votum im britischen Parlament über den Brexit-Vertrag traten die Verhandlungen in Brüssel auf der Stelle. Während die EU-Verhandler „realistische“ Vorschläge von London forderten, verlangte Premierministerin Theresa May ein letztes Entgegenkommen der EU. In einer Rede im ostenglischen Grimsby warnte sie am Freitag davor, dass der Brexit überhaupt scheitern könnte.

„Es braucht nur noch einen kleinen Schritt, um zu einem Abschluss zu kommen“, sagte May. „Meine Botschaft an die EU lautet: Jetzt ist der Augenblick, jetzt ist die Zeit.“ In Richtung der Austrittsbefürworter, die ihren Deal gemeinsam mit der pro-europäischen Opposition zu Fall gebracht hatten, sagte die Premierministerin, dass eine Verschiebung des Brexit zu neuen Bedingungen der EU und einem zweiten Referendum führen könnte. „Wir werden die EU vielleicht niemals verlassen, wenn ein zweites Referendum stattfindet“, warnte May davor, die Wähler zu enttäuschen.

Unter den Einzelwerten traten die Anteilsscheine des Glückspielkonzerns GVC in den Vordergrund. Die Papiere des Unternehmens rutschten an der Londoner Börse um fast 14 Prozent ab, nachdem bekannt geworden war, dass die beiden Unternehmensspitzen, Kenny Alexander und Lee Feldman, Anteile an dem Konzern verkauft hätten.

In der zweiten Börsenreihe fielen die Blicke auf die Kaufhauskette Debenhams. Die Aktien des Konzerns sprangen um 15,6 Prozent nach oben, nachdem mitgeteilt wurde, Mike Ashley, CEO von Sports Direct, werde zukünftig seine ganze Aufmerksamkeit ausschließlich Debenhams widmen. Ashley wurde in den Vorstand des britischen Modehauses gewählt.

~ ISIN GB0001383545 ~ APA490 2019-03-08/18:07