Zahl der Verdächtigen wegen Brückeneinsturz in Genua wächst

Genua (APA) - Die Zahl der Verdächtigen wegen des Brückeneinsturzes in Genua mit 43 Todesopfern vom vergangenen August wächst. Die Staatsanw...

Genua (APA) - Die Zahl der Verdächtigen wegen des Brückeneinsturzes in Genua mit 43 Todesopfern vom vergangenen August wächst. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen weitere 52 Personen in Zusammenhang mit der Katastrophe ein. Damit ist die Zahl der Personen, gegen die ermittelt wird, auf über 70 gestiegen, berichteten italienische Medien.

Die Ermittlungen betreffen unter anderem Manager der Infrastrukturholding Atlantia, Verantwortliche der Autobahngesellschaft ASPI (Autostrade per l ?Italia) und der Betreiberin des eingestürzten Morandi-Viadukts sowie Funktionäre des Verkehrsministeriums in Rom, verlautete seitens der Anklagebehörde in Genua. Ermittelt wird auch gegen Funktionäre der Straßenverwaltungsgesellschaft ANAS. Ihnen wird Fahrlässigkeit bei den Sicherheitskontrollen der Brücke vorgeworfen.

Bei dem Unglück Mitte August war die Morandi-Autobahnbrücke auf einer Länge von mehr als 100 Metern eingestürzt. Unklar ist, ob vorangegangene Warnungen zum maroden Zustand der Brücke nicht ernst genommen und Instandhaltungen verschleppt wurden.

„Aus gründlichen Kontrollen geht hervor, dass unser Autobahnnetz absolut sicher ist, es bestehen keine Gefahren. Wir werden weiterhin für den Wiederaufbau, die Entschädigung der Familien der Opfer, sowie zur Verringerung der Probleme derjeniger arbeiten, die vom Einsturz geschädigt wurden. Wir versuchen zu begreifen, was in Genua passiert ist“, so Atlantia-Chef Giovanni Castellucci am vergangenen Donnerstag. Derzeit wird die Brücke in Genua abgerissen. Sie soll bis Ende 2020 auf Basis eines Plans des Genueser Stararchitekten Renzo Piano neu errichtet werden.