Brand im Donauzentrum - Wien immer wieder Schauplatz von Großbränden
Wien (APA) - Immer wieder kommt es in Wien zu spektakulären Großbränden, die große Zerstörung anrichten. Am lebendigsten in Erinnerung dürft...
Wien (APA) - Immer wieder kommt es in Wien zu spektakulären Großbränden, die große Zerstörung anrichten. Am lebendigsten in Erinnerung dürfte der Bevölkerung wohl der Hofburgbrand sein, dem die Redoutensäle zum Opfer fielen.
8. Dezember 1881 - Knapp vor einer Aufführung von „Hoffmanns Erzählungen“ bricht im Wiener Ringtheater ein Brand aus, der das Theater vollständig vernichtet. Da aus dem Haus keine Hilferufe dringen, kommt es zu der tragisch-legendär gewordenen Meldung des Polizeirates Anton Landsteiner: „Alles gerettet!“. Tatsächlich kommen 386 Menschen ums Leben. Als Folge der Katastrophe wird 1882 eine der strengsten Brandschutzverordnungen Europas erlassen, die unter anderem die Installierung eines „Eisernen Vorhangs“ zwischen Bühne und Zuschauerraum vorschreibt.
17. September 1937 - Ein Großbrand vernichtet die Rotunde im Wiener Prater. Das 84 Meter hohe Weltausstellungsgebäude von 1873 war eines der Wahrzeichen Wiens.
13. April 1956 - Die Wiener Börse, in der sich zu diesem Zeitpunkt auch die Austria Presse Agentur befindet, steht in Flammen. Das Gebäude wird zu einem Großteil zerstört.
8. Februar 1961 - Ein Großbrand in der Alten Universität vernichtet den Dachstuhl.
26. August 1969 - Spektakuläre Brandkatastrophe mit mehreren Toten in der kanadischen Botschaft am Donaukanal. Die Ursache: Brandlegung durch einen ausgewanderten Kanadier ungarischer Nationalität.
7. Februar 1979 - Schweißarbeiten an einer Rolltreppe lösen einen der spektakulärsten Brände der Wiener Nachkriegszeit aus - im traditionsreichen Kaufhaus Gerngroß auf der Mariahilfer Straße. Bei der Feuerwehr wird die höchstmögliche Alarmstufe 8 ausgelöst. Erst nach einem 20-stündigem Kampf sind die Flammen besiegt. Insgesamt entsteht ein Schaden von mehr als einer Milliarde Schilling (72,7 Millionen Euro), der von Versicherungen gedeckt ist. Knapp 13 später eröffnet das Kaufhaus wieder die Pforten.
28. September 1979 - Ein Brand im Hotel „Am Augarten“ in Wien-Leopoldstadt fordert 25 Todesopfer, 20 ausländische Touristen und fünf Österreicher. Die Flammen nehmen von einem Papierkorb in der unbeaufsichtigten Portierloge ihren Ausgang.
19. Februar 1987 - Kurz vor einem geplanten Verkauf wird das Steyr-Daimler-Puch Haus am Wiener Kärntner Ring 7 durch Brandstiftung ein Raub der Flammen. Die Berufsfeuerwehr ruft Alarmstufe 6 aus, von den 200 Mann im Einsatz werden neun durch eine Verpuffung zum Teil schwer verletzt. Das Feuer, das seinen Ursprung im ersten Stock gehabt haben dürfte, frisst sich rasch durch das ganze Haus und greift schließlich auf einen Teil des Hauses Nummer 5 über und gefährdet auch das Hotel Bristol. Der Brandstifter wird nie gefasst, das Gebäude drei Jahre später abgerissen und an seiner Stelle der „Kärntner-Ring-Hof“ errichtet.
15. Mai 1987 - Das Fernheizwerk Spittelau in Wien-Alsergrund wird durch einen Brand schwer beschädigt. Der Schaden beläuft sich auf rund eine halbe Milliarde Schilling.
27. November 1992 - Ein Großbrand wütet in der Wiener Hofburg: Das Feuer zerstört die Redoutensäle komplett, nur knapp bleibt die angrenzende Nationalbibliothek mit Büchern von unschätzbarem Wert verschont. Die Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule werden eilends aus ihren Ställen in Sicherheit gebracht. Die Ursache des Feuers konnte nie restlos geklärt werden. 1997, also nach knapp fünf Jahren, werden die Redoutensäle wieder eröffnet.
22. September 1993 - Das aus der Renaissance stammende, über lange Zeit hinweg dem Verfall preisgegebene Schloss Neugebäude in Wien-Simmering wird durch einen Brand schwer beschädigt. Die Flammen zerstören einen etwa 100 Meter langen und 20 Meter breiten Trakt vollständig. Das Feuer bricht im Inneren aus und greift auf den Dachstuhl über. Erst 2002 beginnen kurz vor dem endgültigen Zerfall Restaurierungsarbeiten. Mittlerweile dient die Anlage als Sommerkino und -theater.
16. August 2001 - Flämmarbeiten lösen einen Großbrand in einem der beliebtesten Veranstaltungsorte Wiens aus: Die Sofiensäle im Bezirk Landstraße werden ein Raub der Flammen und schwerst beschädigt, als das brennende Dach in den großen Saal stürzt. Das Denkmalamt verbietet einen Abriss der Ruine.
20. April 2008 - Ein Teil des Wiener Kongressbades brennt nieder und verursacht einen Schaden von knapp 100.000 Euro. Die Polizei geht von Brandstiftung aus: Die Ermittler finden Zeitungspapier und Schwarzpulver.