Klinik: Auch mehr als 100 Zivilisten bei Protesten in Algier verletzt

Algier (APA/dpa) - Bei Zusammenstößen am Rande des Massenprotests gegen Algeriens Präsidenten Abdelaziz Bouteflika sind nach Klinikangaben a...

Algier (APA/dpa) - Bei Zusammenstößen am Rande des Massenprotests gegen Algeriens Präsidenten Abdelaziz Bouteflika sind nach Klinikangaben auch mehr als 100 Zivilisten verletzt worden. Einige von ihnen hätten Tränengas eingeatmet, hieß es am Samstag aus einem Krankenhaus in der Hauptstadt Algier. Andere seien von Steinen oder Gummigeschoßen getroffen worden.

Die algerischen Sicherheitsbehörden hatten zuvor auch von mehr als 100 verletzten Polizisten berichtet. Am Freitag waren in Algier zunächst Zehntausende bei friedlichen Protesten gegen die erneute Kandidatur des Staatschefs auf die Straßen gegangen. Nach Ende der Demonstrationen kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Offizielle Angaben sprachen von „Chaoten“, die im Nationalmuseum für Altertümer und Islamische Kunst randaliert und geplündert hätten. Bilder zeigten ausgebrannte Räume und zerstörte Vitrinen. 195 Menschen wurden festgenommen.

Seit Ende Februar kommt es landesweit immer wieder zu Protesten gegen den 82 Jahre alten Bouteflika. Er ist seit 20 Jahren an der Macht und will sich bei einer Abstimmung am 18. April erneut wählen lassen. Nach einem Schlaganfall sitzt er im Rollstuhl und hat große Probleme beim Sprechen. Derzeit ist er zur Untersuchung in Genf.