Segeln: Zajac nach Fundak-Abgang: „Hat dem Sport alles untergeordnet“

Wien/Kranjska Gora (APA) - Thomas Zajac hat am Freitag im Trainingslager in Uruguay über den Abgang von Georg Fundak als Sportdirektor im Ös...

Wien/Kranjska Gora (APA) - Thomas Zajac hat am Freitag im Trainingslager in Uruguay über den Abgang von Georg Fundak als Sportdirektor im Österreichischen Segelverband erfahren. Der Olympiadritte von 2016 in Rio war um vier Uhr Früh vom Spitzensportreferenten angerufen worden. „Für uns Sportler ist das sehr traurig und bitter, wir sind mit Georg aufgewachsen und groß geworden“, sagte Zajac zur APA - Austria Presse Agentur.

Der Segelverband hatte am Freitagabend in einer knapp sechszeiligen Presseaussendung darüber informiert, dass Matthias Schmid ab sofort als Sportdirektor das Trainer- und Betreuerteam des OeSV anführen wird. Georg Fundak hätte am Donnerstag mit sofortiger Wirkung um seine Pensionierung ersucht, diesem Wunsch sei man nachgekommen.

Zur APA sagte Präsident Herbert Houf, dass der Zeitpunkt so nicht geplant gewesen sei. „Aber es war nicht anders möglich.“ Damit ließ er viele Fragen offen, stellte aber klar: „Wenn er für seinen Nachfolger informell zur Verfügung steht, dann ist das okay. Ansonsten war es in der Zusammenarbeit mit dem Verband ein klarer Schnitt. Das ist zweifellos so.“

Zajac sagte nach seiner Landung in Wien Samstagmittag zur APA, er könne für alle Segler sprechen, denn man habe über die aktuelle Situation bereits diskutiert. „Georg ist der, mit dem du als erstes in Kontakt trittst, wenn es Richtung Nationalteam geht. Er ist die Hauptfigur und der Hauptansprechpartner neben unseren Trainern. Er reist mit uns, lebt den Segelsport wie kein anderer vor und gibt immer 300 Prozent. Er ist eine starke Persönlichkeit. Unser Big Daddy, der Probleme löst und an den wir uns wenden. Das war Jahrzehnte so“, zollte Zajac dem Master Mind des österreichischen Segelsports im APA-Gespräch Respekt und Anerkennung.

Der bald 66-jährige Fundak war seit 1986 in verschiedenen Funktionen für den OeSV tätig und ein Erfolgsgarant. In der Ära des gebürtigen Ungarn wurden mehrere Medaillen bei Olympischen Spielen, u.a. Gold durch Roman Hagara/Hans Peter Steinacher 2000 und 2004 im Tornado sowie durch Christoph Sieber 2000 im Mistral-Surfen, Welt- und Europameisterschaften errungen. „Dass der Segelverband so erfolgreich war, kann man zu 100 Prozent auf diese eine Person reduzieren. Im Spitzensport war er die One Man Show, der wir vertraut haben. Auch deshalb, weil es aufgegangen ist“, sagte Zajac.

Man könne nicht hoch genug schätzen, was Fundak gemacht habe. „Er ist immer für seine Sportler da, egal in welcher Zeitzone und Uhrzeit. Er kennt keinen Urlaub oder Wochenende. Für ihn stand immer im Mittelpunkt, dass es uns gut geht und wir Ergebnisse bringen, dem hat er alles untergeordnet. Er hat vorgemacht, was man tun muss, um erfolgreich zu sein, nämlich den Spitzensport komplett an die erste Stelle zu stellen.“

Er habe am Freitag bereits mit Fundak gesprochen, dieser habe ihm versichert, dass er weiter behilflich sein werde. „Und ich bin mir sicher, dass er auch dem ‚Schmidl‘ behilflich sein wird.“ Der frühere Spitzensegler Schmid wurde bereits seit zwei Jahren im Verband darauf vorbereitet, einmal die Nachfolge von Fundak zu übernehmen, die allerdings erst nach Olympia 2020 geplant war.

Deshalb sorgt sich Zajac nun auch in Hinblick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio nicht. „Die Weichen für Tokio sind gestellt. Wir haben klar einen Plan und Auftrag, den wir erfüllen müssen. Das ist Matthias auch klar. Ich glaube, dass sich nicht so viel ändert.“ Schmid sei mit Fundak auf einer Linie. „Er wird dieselben Interessen verfolgen: den Spitzensport so stark wie möglich zu machen. Wir Österreicher können wenig Kompromisse eingehen. Wir können nicht weniger oder gleich viel machen, wir müssen einen draufsetzen. Diese Philosophie hat ‚Schmidl‘ auch. Das Vertrauen in ‚Schmidl‘ ist da.“

(Das Gespräch führte Birgit Egarter/APA)