Wachstum auf Kosten der Umwelt tötet Menschen
Neun Millionen Menschen starben allein im Jahr 2015 an den Folgen der Umweltverschmutzung. Das ergab eine UNO-Studie von 250 Forschern.
Nairobi –Ein Viertel der Erkrankungen und vorzeitigen Todesfälle weltweit werden einem UNO-Bericht zufolge durch Umweltverschmutzung und -zerstörung verursacht. Luft- und Wasserverschmutzung sowie die Zerstörung von Ökosystemen bedrohen und beeinträchtigen die Lebensräume von Milliarden von Menschen und schädigen die Weltwirtschaft massiv, heißt es in der gestern veröffentlichten Studie.
Der Glaube an stetes Wirtschaftswachstum werde angesichts von künftigen Todesraten, Arbeitsausfällen und Gesundheitskosten sinnlos. An dem Global Environment Outlook (GEO) zum Zustand der Erde arbeiteten rund 250 Wissenschafter aus 70 Ländern sechs Jahre lang. Das Ergebnis: Die zunehmende Umweltverschmutzung leiste einer weltweiten Epidemie Vorschub, die immer größere wirtschaftliche Schäden verursache. So seien neun Millionen Todesfälle allein im Jahr 2015 auf Umweltverschmutzung zurückzuführen, heißt es im Bericht.
Zugleich öffne sich die Schere zwischen Armen und Reichen immer weiter, warnen die Experten. Übermäßiger Konsum, Lebensmittelverschwendung und Verschmutzung in den Industrieländern führten in ärmeren Ländern zu Hunger, wachsender Armut und Krankheiten.
So verursachten verseuchtes Trinkwasser und dürftige Sanitäranlagen jährlich den Tod von rund 1,4 Millionen Menschen. Noch gefährlicher sei die Luftverschmutzung, der jährlich zwischen sechs und sieben Millionen zum Opfer fielen. In Gewässer geleitete Chemieabfälle hätten generationenübergreifende Gesundheitsfolgen. Die Bodenzerstörung durch industrielle Landwirtschaft und Abholzung betreffe bereits heute Regionen, in denen 3,2 Milliarden Menschen leben.
Zudem weisen die Wissenschafter auf die Folgen des massiven Antibiotika-Einsatzes in der Lebensmittelproduktion hin. Bis 2050 könnten daraus resultierende Resistenzen dazu führen, dass Super-Bakterien zur Hauptursache für vorzeitige Todesfälle werden. (TT, APA, AFP)