Hey, Schwester! „Sister Act“ als Musical in Rum

Heiland, Kruzifix und Stoßgebet! Das Theater Rum ließ bei seiner Musical-Inszenierung von „Sister Act" kein Wortspiel aus. Am Freitag feiert...

Der Nonnenchor sowie Deloris Van Cartier (Silke Winkler) und Mutter Oberin (Martina Schwarz) plötzlich glücklich vereint.
© Forcher

Heiland, Kruzifix und Stoßgebet! Das Theater Rum ließ bei seiner Musical-Inszenierung von „Sister Act" kein Wortspiel aus. Am Freitag feierte das Stück im Forum Rum Premiere, mit lichttechnischen Schwierigkeiten. Die zweite Vorstellung am Sonntag lief wie ein Film und dauerte knappe drei Stunden. Die Handlung: Möchtegern-Star Deloris (Silke Winkler) wird Zeugin einer Mordtat ihres Liebhabers, woraufhin sie der pummelige Polizist „Schwitzi Fritzi" zum Zeugenschutz in ein Kloster steckt, dessen Nonnen sie gehörig aufmischt und für den Showdown mit der Gangsterbande ihres Ex-Lovers hinter sich vereint.

Das Stück gewann durch die elfköpfige Band, die auf engem Raum direkt neben der Bühne live die Musik einspielte. Bei der Figurencharakterisierung ging die Musical-Adaption eigene Wege. Deloris Van Cartier wurde für einige schlappe, klischeehafte Witze als dümmlicher Britney-Spears-Verschnitt dargestellt, im Gegensatz zur lässigen Powerfrau, die Whoopie Goldberg verkörperte. Und die eigentlich strenge, asketische Mutter Oberin wünscht ihr zum Schluss plötzlich alles, was sie nur haben möchte — inklusive des „arschgeilen Kleids" von Donna Summer.

Gesanglich konnten viele Darsteller überzeugen, besonders wenn man bedenkt, dass alle unbezahlt, rein aus Spaß an der Sache dabei sind.

45 Menschen waren an der Produktion beteiligt. Das Theater Rum scheute keine Mühen und Kosten für das Bühnenbild. Die weltliche Kulisse links stand der Klosterkulisse mit der privaten Kammer der Mutter Oberin gegenüber. Im Hintergrund sorgten zwei verschiebbare Säulen und eine große Leinwand für schnelle Szenenwechsel.

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Das Theater Rum konnte als zweite deutschsprachige Bühne die Lizenz für „Sister Act" ergattern. Das Buch durfte nur minimal verändert werden. Der Probenprozess nahm volle vier Monate in Anspruch. Dafür wurde die Amateurproduktion schon vor der Premiere mit komplett ausverkauften Vorstellungen belohnt. Zusatztermine sind geplant und sollen am Mittwoch bekannt gegeben werden. Info: www.theater-rum.at. (lg)


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