UNO bestätigt: 13 Zivilisten bei Luftangriff in Afghanistan getötet

Kabul (APA/AFP) - Bei einem Luftangriff internationaler Truppen in Afghanistan sind nach Angaben der UNO in der vergangenen Woche mindestens...

Kabul (APA/AFP) - Bei einem Luftangriff internationaler Truppen in Afghanistan sind nach Angaben der UNO in der vergangenen Woche mindestens 13 Zivilisten getötet worden. Unter den Toten waren ersten Erkenntnissen zufolge zehn Kinder, wie die UNO-Mission in Afghanistan am Montag mitteilte. Sie starben demnach in der Nacht auf Samstag bei einem Luftangriff in der nordafghanischen Stadt Kunduz.

Die Kinder gehörten den Angaben zufolge alle zu einer Großfamilie, die vor Kämpfen in ihrer Heimat nach Kunduz geflohen war.

Der Luftangriff in Kunduz war in der Nacht auf Samstag geflogen worden, um Bodentruppen bei Gefechten mit Taliban-Kämpfern aus der Luft zu unterstützen. Luftangriffe zur Unterstützung afghanischer Bodentruppen fliegt in Afghanistan nur das US-Militär. Ein NATO-Sprecher sagte, das Verteidigungsbündnis überprüfe die Angaben.

Die Zahl ziviler Opfer in Afghanistan hatte 2018 einen neuen Höchststand erreicht. Nach UNO-Angaben wurden bei Anschlägen und Gefechten 3.804 Zivilisten getötet, die meisten von den Taliban oder der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS). Aber auch vermehrte Luftangriffe der USA und der afghanischen Luftwaffe führten zu einem Anstieg der zivilen Opfer: Bei Luftangriffen wurden mehr als 500 Zivilisten getötet.

In der nordöstlichen Provinz Kunduz hat es schon mehrere verheerende Luftangriffe gegeben. Im April 2018 waren bei einem Luftangriff der afghanischen Streitkräfte nach UNO-Angaben 107 Menschen getötet oder verletzt worden, die meisten Opfer waren Kinder. 2015 waren bei einem US-Luftangriff auf ein Krankenhaus der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenze 42 Menschen getötet worden.

Bis 2013 hatte die Bundeswehr ein Feldlager in Kunduz.

251224 Mär 19

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