„Zukunftsplan Pflege“ für ÖVP Burgenland „riesige Enttäuschung“

Eisenstadt (APA) - Völlig konträr ist am Montag der von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Soziallandesrat Christian Illedits (beide SP...

Eisenstadt (APA) - Völlig konträr ist am Montag der von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Soziallandesrat Christian Illedits (beide SPÖ) präsentierte „Zukunftsplan Pflege“ aufgenommen worden: Während die ÖVP den Vorschlag als „riesige Enttäuschung“ wertete, sprach man bei der SPÖ von einem „sozialen Meilenstein“. Der Koalitionspartner FPÖ erkannte im Konzept Anlehnungen an sein Modell der Pflegegenossenschaft.

„Hier wurde viel Zeit verschwendet. Der Großteil ist bekannt, der Rest sind Überschriften ohne Inhalte“, kritisierte ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner. „Es gibt mehrere, nicht ausgereifte Ideen, die weitreichende, negative Folgen für das ganze System haben“, warnte er. Die Idee, pflegende Angehörige anzustellen, werfe deutlich mehr Fragen auf, als sie beantworte: „Wer pflegt die Menschen außerhalb der 40-stündigen Arbeitszeit? Wer kontrolliert die Qualität der Pflege?“, fragte der ÖVP-Obmann. Ein ähnliches Modell sei schon in der Schweiz ausprobiert worden und sei „kläglich gescheitert“.

„Dieser Zukunftsplan spinnt ein engmaschiges Versorgungsnetz, hebt die Standards und wird den Wünschen der Burgenländerinnen und Burgenländer gerecht“, freute sich hingegen SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Dax. Die Politik müsse professionelle Betreuung für all jene, die sie benötigen, sicherstellen. Sie müsse dafür Sorge tragen, dass pflegende Angehörige entlastet werden. Pflege im Alter müsse nahe am Wohnort geschehen und es müsse ausreichend Zeit dafür zur Verfügung stehen. „Und das alles wird im ‚Zukunftsplan Pflege‘ umgesetzt“, so Dax.

FPÖ-Klubobmann Geza Molnar wies darauf hin, dass der Pflegeplan Teil des rot-blauen Koalitionsübereinkommens sei. Seitens des Freiheitlichen Landtagsklubs sei man mit dem Ergebnis zufrieden. Molnar hob die geplante Stärkung der Pflege zu Hause durch Angehörige hervor: „Hier finden sich zahlreiche Elemente wieder, die wir im Rahmen des FPÖ-Modells der ‚Pflegegenossenschaft‘ seit über zehn Jahren propagieren.“

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