„Gegenteil von Gut“: Schau zu linkem Antisemitismus in Frankfurt
Frankfurt am Main (APA/dpa) - Den Antisemitismus von Linken rückt eine Ausstellung in Frankfurt von Donnerstag an unter dem Titel „Das Gegen...
Frankfurt am Main (APA/dpa) - Den Antisemitismus von Linken rückt eine Ausstellung in Frankfurt von Donnerstag an unter dem Titel „Das Gegenteil von Gut“ in den Mittelpunkt. Es ist die erste Sonderausstellung seit dem Umbau der Bildungsstätte Anne Frank. Wenn von Antisemitismus die Rede sei, werde er innerhalb der politischen Linken am wenigsten thematisiert, sagte Meron Mendel, der Direktor der Bildungsstätte, am Montag.
Der „Reflex“ sei vielmehr: Wer links sei, sei automatisch gegen Faschismus und könne doch gar kein Antisemit sein. Im Mittelpunkt steht Antisemitismus innerhalb der westdeutschen Linken seit dem Jahr 1968, das für Ausstellungskurator Tom Uhlig eine Zäsur darstellte. Habe das Mitgefühl der deutschen Linken bis dahin den Überlebenden der Schoah gegolten, so hätten sich danach Ressentiments gegen den jüdischen Staat gerichtet, etwa im Zusammenhang mit der Lage der Palästinenser und der israelischen Siedlungspolitik.
Die Ausstellung befasst sich unter anderem mit dem Häuserkampf in den frühen 1970er-Jahren, der Kontroverse um das Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“, dessen Figur des „reichen Juden“ den Theaterskandal auslöste, der Balance zwischen Israelkritik und antisemitischen Verallgemeinerungen.
(S E R V I C E - www.bs-anne-frank.de)
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