Frankreich und China peilen milliardenschwere Handelsverträge an

Paris (APA/Reuters/dpa) - Beim Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jingping in Paris wollen Frankreich und die Volksrepublik Wirtsc...

Paris (APA/Reuters/dpa) - Beim Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jingping in Paris wollen Frankreich und die Volksrepublik Wirtschaftsverträge in großem Stil besiegeln. Die Regierung in Paris geht von milliardenschweren Handelsvereinbarungen aus, die bei dem Treffen am Montag unter Dach und Fach gebracht werden sollten.

Dabei erhält der europäische Flugzeugbauer Airbus einen Milliardenauftrag aus China, das laut Unternehmensangaben 290 Flugzeuge kauft. Zugleich will der französische Präsident Emmanuel Macron die EU zu neuer Stärke gegenüber Peking führen. Chinas Versuche, mit Investitionen und Firmenübernahmen auch auf dem europäischen Markt stärker Fuß zu fassen, haben in vielen EU-Staaten Sorgen ausgelöst.

Xi war zuvor in Rom, wo er ebenfalls milliardenschwere Verträge unterzeichnete. Italien beteiligt sich als erster der sieben führenden Industriestaaten (G-7) an dem von China vorangetriebenen Infrastruktur- und Handelsprojekt „Neue Seidenstraße“. Zudem schlossen Firmen beider Länder weitere milliardenschwere Verträge, unter anderem in den Bereichen Energie und Stahl. Kritiker aus dem Westen befürchten, dass China damit seinen Einfluss auf die Weltwirtschaft ausweitet.

Am Dienstagvormittag sollen dann Macron und Kanzlerin Angela Merkel Xi treffen, um den EU-China-Gipfel am 8. April vorzubereiten. Mit dabei ist auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Dabei handelt es sich EU-Diplomaten zufolge um den doppelten Versuch, in der europäischen China-Politik neue Pflöcke einzurammen. Zum einen will das Duo Merkel/Macron versuchen, die derzeit noch 28 EU-Staaten auf einen einheitlicheren Kurs gegenüber Peking zu bringen. Zum anderen soll die EU-Kommission davon überzeugt werden, stärker die Interessen der Mitgliedstaaten zu vertreten.