US-Konsulatsmitarbeiter wegen Spionagevorwurf in Istanbul vor Gericht
Istanbul (APA/dpa) - Eineinhalb Jahre nach seiner Inhaftierung hat der Prozess gegen einen türkischen Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanb...
Istanbul (APA/dpa) - Eineinhalb Jahre nach seiner Inhaftierung hat der Prozess gegen einen türkischen Mitarbeiter des US-Konsulats in Istanbul begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem Spionage und versuchten Umsturz der Regierung vor und fordert dafür lebenslange Haft, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete.
Der Konsulatsmitarbeiter war nach Angaben von Anadolu im Oktober 2017 verhaftet worden, wegen angeblicher Verbindungen zum in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen. Die türkische Führung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Seine von Ankara als Fetö bezeichnete Bewegung gilt in der Türkei als Terrororganisation.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Konsulatsmitarbeiter laut Anadolu weiter vor, „sehr enge“ Kontakte zu Polizeichefs unterhalten zu haben, die 2013 Korruptionsermittlungen gegen das Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan geführt hatten. Erdogan, der seit 2014 Staatspräsident ist, wertet die Ermittlungen als Umsturzversuch.
Die Festnahme von Konsulatsangestellten hatte 2017 die Beziehungen zwischen Washington und Ankara belastet. Im Jahr 2018 hatte zudem die Inhaftierung des US-Pastors Andrew Brunson eine schwere Krise zwischen den beiden Ländern ausgelöst. Der Pastor kam nach rund zwei Jahren Untersuchungshaft und nach massivem Druck der US-Regierung frei. Brunson wurde im Oktober zu einer Haftstrafe von mehr als drei Jahren verurteilt, durfte die Türkei aber verlassen.
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