US-Militär testete Abwehrsystem für Interkontinentalraketen

Washington (APA/AFP) - Das US-Militär hat nach eigenen Angaben ein System zur Abwehr von Interkontinentalraketen erfolgreich getestet. Von K...

Washington (APA/AFP) - Das US-Militär hat nach eigenen Angaben ein System zur Abwehr von Interkontinentalraketen erfolgreich getestet. Von Kalifornien aus wurden dazu zwei Abfangraketen gegen ein von den Marshallinseln im Pazifik gestartetes Ziel eingesetzt, wie die US-Armee am Montag mitteilte. Es sei der erste Test dieser Art gewesen.

Der Chef der Raketenabwehr, Samuel Greaves, sprach von einem „entscheidenden Meilenstein“. Das System sei „wichtig für die Verteidigung unserer Heimat“, betonte Greaves. Der Test habe gezeigt, dass die USA ein „leistungsfähiges, zuverlässiges Abschreckungsmittel gegen eine sehr reale Bedrohung haben“, sagte er.

Um sich vor Interkontinentalraketen zu schützen, haben die USA das sogenannte Ground-Based Midcourse Defense-System (GMD) entwickelt. Es soll eine Abfangrakete abfeuern und nutzt kinetische Energie zur Zerstörung eines eintreffenden Ziels.

Die USA haben jahrzehntelang Riesensummen in die Entwicklung entsprechender Technologien gesteckt und wollen die Bemühungen angesichts wachsender Bedrohungen weiter steigern.

Das GMD-System war bereits mehrfach getestet worden, unter anderem im Mai 2017 nach diversen Raketentests Nordkoreas. Pjöngjang hat seit 2017 auch Interkontinentalraketen in seinem Arsenal, die nach Angaben von Experten das gesamte US-Festland erreichen können.

Die Atomgespräche zwischen den USA und Nordkorea stecken derzeit in einer Sackgasse. US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hatten bei ihrem zweiten Gipfel vor einem Monat in Vietnam keine Einigung über Schritte zur atomaren Abrüstung Nordkoreas erzielt.

Der US-Sondergesandte für Nordkorea hielt sich am Dienstag zu Gesprächen in China auf. Stephen Biegun wolle die Abstimmung beider Länder zu Nordkorea fortsetzen, sagte ein Sprecher der US-Botschaft in Peking der Nachrichtenagentur AFP. Weitere Details nannte er nicht.

Zeitgleich mit Biegun war auch ein ranghoher Vertreter Nordkoreas in Peking. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete unter Berufung auf Diplomatenkreise, es handle sich vermutlich um Ri Su-yong, den Vize-Chef der Arbeiterpartei des Nordens. Es war nicht klar, ob die Besuche von Biegun und des nordkoreanischen Vertreters zusammenhingen.